Verkehrsverbund legt Bilanz für 2014 vor: Mehr Einnahmen, weniger Fahrgäste

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Ist im VBN-Land unterwegs: Busfahrer Ismail Kumtepe aus Syke fährt über Harpstedt nach Wildeshausen. Insgesamt transportierten die Verkehrsunternehmen im vergangenen Jahr allerdings weniger Fahrgäste als noch 2013.

Bremen - Von Viviane Reineking. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) hat den Kurs nicht ganz gehalten: Steigenden Einnahmen steht in der Bilanz für das Jahr 2014 ein Rückgang bei den Fahrgästen gegenüber – eine Entwicklung, die sich in den ersten vier Monaten dieses Jahres fortsetzt.

„Grundsätzlich zufrieden“ blicke man auf das Jahr 2014 zurück, so VBN-Geschäftsführer Rainer Counen gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Die Einnahmen im Verkehrsverbund stiegen um 3,8 Prozent auf 198,2 Millionen Euro. In die Kasse kamen damit 7,4 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Hinter dem Vorjahreswert zurück blieb allerdings die Anzahl der beförderten Fahrgäste im Verbund: Statt 166,1 wurden 2014 nur noch 163,7 Millionen befördert – ein Minus von 1,4 Prozent, obwohl die deutschlandweite Nahverkehrsbranche immerhin einen Zuwachs von 0,6 Prozent verzeichnete.

Demografische Effekte, der Rückgang von Schülern und ein extrem milder Winter (viele waren laut Counen wohl mit dem Fahrrad unterwegs) sieht der VBN-Geschäftsführer als Gründe für das Ergebnis an. „Diese Entwicklung müssen wir uns genau anschauen“, sagte Christof Herr, Geschäftsführer des Zweckverbands Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) – ein Zusammenschluss von sechs Landkreisen und vier Städten –, der die Aufgabenträger- und Behördenseite vertritt.

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres setzt sich dieser Trend fort: Die Einnahmen stiegen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) um 3,7 Prozent, die Fahrgastzahlen sanken laut Counen um 1,7 Prozent. Erfreulicher für den VBN klingen die Nachrichten über die Entwicklung der ehrenamtlich betriebenen 18 Bürgerbusse: Rund 240 000 Fahrgäste lösten ein Ticket, was einem Zuwachs von 21 Prozent entspricht. Und noch mehr Zahlen: 40 Verkehrsunternehmen, darunter die Bremer Straßenbahn AG (BSAG), befördern die Fahrgäste im 8800 Quadratkilometer großen VBN-Land mit 1,9 Millionen Einwohnern.

Zuversichtlich blickt der Verbund in die Zukunft. Dafür möchte man den Service für Fahrgäste verbessern. So werde das Echtzeitinformationssystem weiterentwickelt und mehr Unternehmen integriert. Bezahlen können Fahrgäste seit Mai auch bargeldlos mit dem Smartphone: Das Handy-Ticket ist über die Fahr-Planer-App lösbar. Innerhalb des ersten Monats haben sich bereits mehr als 3000 Fahrgäste für das Ticket registriert, so Counen. Installiert wurde die Anwendung für mobile Geräte bislang mehr als 635 000-mal. Einen großen Sprung gab es bei dem Auskunftssystem: Von rund 15 Millionen Verbindungsabfragen im Jahr 2012 stieg die Zahl auf über 40 Millionen in 2014.

Zum jährlichen Qualitätsbarometer innerhalb des VBN gehören Tests und die Auswertung von Kundenanliegen. Bei den getesteten Stadtverkehrsunternehmen erreichte „Bremerhavenbus“ den besten Platz, im Regionalbusbereich wurde die beste Linie von „Allerbus“ (Landkreis Verden) betrieben. Handlungsbedarf sieht Herr hier vor allem bei der Fahrgastinformation in den Fahrzeugen.

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