Autokorso zum Abschluss des „Borgward-Welttreffens“

Verkehrsstau auf Marktplatz

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Das Isabella-Coupè war der automobile Traum der Wirtschaftswunderzeit.

Bremen - Von Ulf Kaack. Verkehrsstau am Sonntag auf dem Bremer Marktplatz. Das kommt nicht häufig vor, eigentlich gar nicht. Doch niemand war genervt, keiner hupte. Auch die Polizei war weit und breit nicht in Sicht. Kein Wunder, denn die Blechlawine, die sich vor dem Rathaus platziert hatte oder im Schritttempo vor dem Schütting vorbeifuhr, bestand ausschließlich aus Fahrzeugen der bremischen Marke Borgward.

Vier Tage lange stand die Hansestadt ganz im Zeichen des Rhombus der einst weltweit erfolgreichen Bremer Automarken Borgward, Goliath und Lloyd. An der „Waterfront“ in Gröpelingen fand das Welttreffen der Liebhaber und Besitzer von Borgward-Oldtimern statt. Viele ausländische Kennzeichen an den schmucken Karossen zeugten von der Internationalität des Ereignisses.

Anlass war der 125. Geburtstag des Automobilpioniers Carl F. W. Borgward, der allerdings bereits im vergangenen Jahr stattfand. Am Rande bemerkt: Der legendäre Konstrukteur ist gar kein echter Bremer, wurde er doch in Hamburg geboren. Erst 1920 kam er an die Weser und entwickelte 1924 mit dem dreirädrigen Blitzkarren sein erstes Automobil.

Das Event ging Sonntagvormittag bei strahlendem Sonnenschein mit einem Korso durch die Stadt bis zum Marktplatz zu Ende. Noch einmal reihten sie sich hinter- und nebeneinander – die Fahrzeuge vom Typ Isabella, Arabella, Hansa, Leukoplastbomber, Alexander.

Der Sonntag beim "Borgward-World-Meeting"

Dazu kamen Lkw, teilweise mit einzigartigen Spezialaufbauten versehen, und die legendären Goliath-Lastendreiräder aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ein Hingucker: das Isabella-Coupè. Es war der automobile Traum der Wirtschaftswunderzeit. Nur 15 Exemplare wurden von der Kölner Karosseriefirma Deutsch in der Cabrioversion gefertigt. Es existieren allerdings etliche Nachbauten, bei denen nachträglich mit der Blechschere das Dach entfernt wurde.

Auch einige Exemplare des neuen seit kurzem in China produzierten Borgward-SUVs konnten bestaunt werden. Es herrschte ein familiäre Atmosphäre. Zahlreiche Autofans zogen sich die komprimierte Borgward-Dosis rein. Profi- und Hobbyfotografen rangen um die besten Positionen für ihre Kameras. Sorgfältig achteten die Fahrzeugbesitzer darauf, dass bei diesen Menschenmassen der Lack ihrer betagten Lieblinge nicht zu Schaden kam.

Der Sonnabend beim "Borgward-World-Meeting"

„So viele Borgward-Fahrzeuge wird es so schnell wohl kaum wieder auf einem Fleck in der Hansestadt zu sehen geben“, meinte der Bremer Borgward-Experte Peter Kurze. „Das Ende des Unternehmens ist schon mehr als ein halbes Jahrhundert her, das Markeninteresse in der Oldtimerszene scheint abzunehmen. Aber wer weiß, vielleicht beflügelt die Wiederauferstehung dieses großen bremischen Namens in China hierzulande den Enthusiasmus für dickes, altes Blech von der Weser“, so Kurze.

Der Freitag beim "Borgward-World-Meeting"

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