Verhandlungen laufen / „Mehr Entertainment“: Alle eingebuchten Produktionen finden statt / Vertrag bis 2017

Unternehmer Specht will Musicaltheater kaufen

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Der Unternehmer Rolf Specht will das Musicaltheater kaufen. Archivfoto: Gnuschke

Bremen - Der Bremer Unternehmer Rolf Specht ist an einem Kauf des Musicaltheaters am Richtweg interessiert. „Wir stehen kurz vor einem Abschluss“, ließ Specht, „Bremer Unternehmer des Jahres 2010“ und langjähriger Eigentümer der „Residenz“-Gruppe mit 34 Pflegeheimen für Senioren, verlauten.

Droht dem Musicaltheater das Aus? „Bei den aktuellen Gesprächen geht es um den Verkauf des Grundstücks und des Gebäudes“, sagte eine Sprecherin des Musicaltheaters am Abend. Und weiter: Die Betreibergesellschaft des Musicaltheaters, die Musicaltheater Bremen Betriebsgesellschaft, bleibt Mieterin des Theaters. Die Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter des Düsseldorfer Unternehmens „Mehr Entertainment“, das bundesweit sechs Spielstätten betreibt.

Das Theater hat laut Specht noch einen Mietvertrag bis 2017, die Betreibergesellschaft spricht von einem unbefristeten Mietvertrag.

Günter Irmler, Mitglied der Geschäftsführung von „Mehr Entertainment“, sagte: „Unabhängig von den derzeit geführten Verkaufsverhandlungen wird das Theater auf Basis des bestehenden Mietvertrages weitergeführt. Theaterleiter Martin Mahlstedt und sein Team befinden sich in der Akquise für weitere Veranstaltungen, alle bisher eingebuchten Produktionen werden stattfinden und neue hinzukommen.“ „Mehr Entertainment“ betreibt das Theater seit fünf Jahren. Dem Unternehmen gehört zudem gemeinsam mit der Frankfurter Arend-Korn-Gruppe der Gebäudekomplex. Neben dem Musicaltheater gibt es dort weitere Mieter, unter anderem Büros.

Das im Februar 1999 mit der Premiere von „Jekyll & Hyde“ eröffnete Musicaltheater fasst 1450 Besucher. In dem Gebäude am Richtweg war von 1952 bis 1985 das „Zentralbad“ beheimatet, das mit seinen „schnellen Bahnen“ einen guten Ruf in der Schwimmwelt genoss. Jede Menge Bremer, auch der Verfasser dieser Zeilen, haben dort ihr Freischwimmer-Abzeichen gemacht.

Es gab Pläne für ein Spaßbad. Dann versuchte sich dort, eine Markthalle zu etablieren – ohne Erfolg. Auch die Diskothek „Astoria“ scheiterte. Ende der 90er Jahre entschloss sich die damalige rot-schwarze Koalition, das Gebäude zum Musicaltheater umzubauen. 2011 ist die Stadt als Betreiber ausgestiegen. Sie zahlt aber noch bis 2018 den Kredit für die Umbaukosten ab. Das sind 1,9 Millionen Euro pro Jahr.

je

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