Bremer Islamwissenschaftler untersucht Kritik

Verfassungsschutz: Große muslimische Mehrheit gegen Salafismus

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Dierk Schittkowski (Leiter des Bremer Landesamtes für Verfassungsschutz) und Innensenator Ulrich Mäurer mit Dr. Hazim Fouad, dem Verfasser der Studie. 

"Eine riesige Fülle" an Salafismus-Kritik aus der muslimischen Gemeinde hat der Islamwissenschaftler des Bremer Landesamtes für Verfassungsschutz, Hazim Fouad, zusammengetragen. In Bremen gehören 540 Personen dieser fundamentalistischen Strömung an. 

Bremen - Bremens Verfassungsschutz hat auf die ablehnende Haltung innerhalb der muslimischen Gemeinde gegen die fundamentalistische Strömung des Salafismus hingewiesen. 

Es müsse genau differenziert werden, sagte Verfassungsschutzpräsident Dierk Schittkowski am Donnerstag in Bremen. Es gebe einen großen innermuslimischen Widerstand, der aber oft nicht öffentlich gemacht werde. 

"Eine riesige Fülle" an Salafismus-Kritik

Der Islamwissenschaftler des Landesamtes für Verfassungsschutz, Hazim Fouad, kommt in seiner 359 Seiten umfassenden Dissertation zum Fazit, dass es "eine riesige Fülle" an Salafismus-Kritik aus islamischer Perspektive gibt. Die Mehrheit der Muslime teile eben nicht die radikalen Ansichten der Salafisten, die zu Unrecht für sich den "wahren Islam" in Anspruch nähmen. 

Das Fundament des Salafismus liege auf der arabischen Halbinsel im 18. Jahrhundert. Davor habe es weder den in Saudi-Arabien vorherrschenden Wahhabismus noch den Salafismus gegeben. 

Überdurchschnittliche viele Salafisten in Bremen

Die Wurzeln des Islam liegen im frühen 7. Jahrhundert. Die innermuslimischen Kritiker der extremistischen Strömung seien aber unter sich uneins. "Die muslimische Landschaft ist breit, bunt und vielschichtig", sagte Fouad, der seit acht Jahren beim Verfassungsschutz arbeitet. 

Bundesweit wird die Zahl der Muslime auf rund 5 Millionen geschätzt, der Anteil der Salafisten beträgt rund0,2 Prozent (11 500). In Bremen gibt es schätzungsweise 50 000 bis 60 000 Muslime, davon werden 540 als Salafisten eingestuft. Bremen liegt damit deutlich über dem Bundesschnitt

Allerdings sei der Vergleich kaum aussagekräftig, sagte Fouad. Bremen müsse mit anderen Großstädten verglichen werden, für die die Länder aber keine Zahlen hätten.

In Bremen ist Clan-Kriminalität ein weiteres Problem. Der bekannteste Clan ist die Miri-Familie mit Chef Ibrahim Miri, zu der in Bremen rund 3.000 Mitglieder zählen.

dpa

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