Bremer Raumfahrtunternehmen OHB weiht Zentrum in Oberpfaffenhofen ein

Bremer Raumfahrtprojekt expandiert nach Bayern

Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (v.l.), OHB-Chef Marco Fuchs und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer schauen sich während eines Rundgangs durch das Werk des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB in Oberpfaffenhofen eine Texus-Kapsel an, die der Erforschung der Schwerelosigkeit dient. - Foto: dpa

Bremen/Oberpfaffenhofen - Es soll eines der modernsten Zentren der Raumfahrtindustrie für Optische Systeme und Wissenschaftsmissionen sein und hat 30 Millionen Euro gekostet. Nein, in Bremen steht es nicht, aber ein Bremer Unternehmen steht hinter dem Millionenprojekt: OHB. Daher reiste neben Vorstandschef Marco Fuchs auch Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) gestern zur Einweihung nach Oberpfaffenhofen.

Gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), Prof. Dr. Pascale Ehrenfreund, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, und Alain Ratier, Generaldirektor Eumetsat, eröffnete Günthner das Zentrum. Marco Fuchs sagte am neuen Standort: „Ich freue mich sehr, dass wir diesen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte von OHB gemeinsam erreicht haben.“ Mit der Investition von 30 Millionen Euro habe OHB die „Verwurzelung in Bayern weiter gefestigt“. Durch die „hervorragende technische Ausstattung der Reinräume und Labore“ in Verbindung mit kompetenten Mitarbeitern sei OHB (Orbitale Hochtechnologie Bremen) in Bayern äußerst wettbewerbsfähig aufgestellt, so Fuchs.

Und während die Bremer gern für sich beanspruchen, dass das Herz der deutschen Luft- und Raumfahrttechnik an der Weser schlägt, reklamierte Seehofer das für Oberpfaffenhofen. Der DLR-Standort zähle mit seinen zehn wissenschaftlichen Einrichtungen zu den größten und renommiertesten Forschungszentren in Deutschland. Nun bündele auch OHB mit seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung im Bereich Hochtechnologie seine Raumfahrtexpertise in direkter Nachbarschaft zum DLR, sagte Seehofer. „Damit wird Bayern als herausragender Standort der Luft- und Raumfahrt gestärkt“, betonte er.

Bremens Wirtschaftssenator Günthner sagte: „Das neue Raumfahrtzentrum von OHB in Oberpfaffenhofen demonstriert die Nähe von Wirtschaft und Wissenschaft, die einer zukunftsweisenden Technologie Flügel verleiht.“ In Bremen habe gerade der Spatenstich für „Ecomat“ stattgefunden, dem Forschungszentrum zum Thema Leichtbau. Es werde für viele Bereiche ein Innovationstreiber werden. Günthner betonte die „gute Verbindung“ zwischen Bayern, Baden-Württemberg und Bremen im Raumfahrt-Bereich. Die gelte es zu pflegen, um mit vereinten Kräften zur Spitze der Branche zu gehören.

Ehrenfreund sagte, die Entscheidung, Wissenschaft und Kompetenzen in Entwicklung und Bau von optischen Instrumenten und Geräten miteinander zu verbinden, sei ein klarer Ausblick in die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens.

Das OHB-Raumfahrtzentrum „Optik & Wissenschaft“ beschäftigt gut 360 Mitarbeiter. Herzstück des neuen Reinraum-Komplexes sind zwei Hallen mit je 150 Quadratmetern Grundfläche und eine Halle mit 300 Quadratmetern. Dies ermöglicht laut OHB die Integration auch großer optischer Raumfahrtsysteme. Erste Nutzer sind die Großprojekte Enmap und MTG. Der nationale Erdbeobachtungssatellit Enmap wird von OHB als Hauptauftragnehmer realisiert. Bei MTG handelt es sich um optische Instrumente für die dritte Generation der Wettersatelliten. Die Satellitenbusse für beide Projekte werden von OHB in Bremen verantwortet, heißt es.

gn

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