Update: 80 Mitarbeiter streiken

Verdi-Streik am Flughafen Bremen: Diese Flüge fallen aus - diese Maschinen starten

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Verdi ruft zu einem 24-stündigen Warnstreik am Dienstag auf.

Bremen - Am Flughafen Bremen und in Hannover-Langenhagen  ruft Verdi rund 700 Beschäftigte des Sicherheitspersonals zu einem 24-stündigen Warnstreik auf, der am Dienstag um 0 Uhr beginnen soll. „Es muss mit Einschränkungen gerechnet werden“, erklärte der Landesbezirk Niedersachsen-Bremen.

Update, 15. Januar, 15.45 Uhr: Eurowings, Turkish Airlines und Swiss fliegen
Folgende Verbindungen finden laut Bremer Flughafen statt: Eurowings fliegt um 16.55 Uhr nach Mallorca und um 20.20 Uhr nach Stuttgart. Turkish Airlines fliegt um 17.15 Uhr nach Istanbul. Swiss fliegt um 20 Uhr nach Zürich. Und Corendon fliegt um 19.40 Uhr nach Hurghada.

Update, 15. Januar, 15.30 Uhr: 80 Mitarbeiter streiken in Bremen

In Hannover, Bremen und Hamburg hatte der 24-stündige Streik um Mitternacht begonnen. „Wir sind hochzufrieden mit der Streikbeteiligung“, sagte Verdi-Landesfachbereichsleiterin Ute Gottschaar. In Hannover hätten mehr als 150 Beschäftigte, in Bremen rund 80 teilgenommen.

Offensichtlich haben sich die Passagiere in Bremen auf den angekündigten Streik und die Flugausfälle eingestellt. Die Situation sei ruhig, es gebe keine längeren Wartezeiten, sagte Flughafensprecherin Andrea Hartmann.

Arbeitgeber, Tourismusverbände und Wirtschaft kritisierten die Ausweitung der Warnstreiks deutlich. „Erneut wird ein Tarifkonflikt einer einzelnen Berufsgruppe auf dem Rücken von Hunderttausenden Passagieren, den Luftverkehrsbetrieben und vielen weiteren Unternehmen der deutschen Tourismuswirtschaft ausgetragen“, monierte der Generalsekretär des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), Michael Rabe.

Update, 15. Januar, 7.20 Uhr: Weitere Flüge sind am Bremer Flughafen für Dienstag, 15. Januar, gestrichen worden. Ryanair hat nach aktuellen Informationen einen Flug nach London Stansted um 10.50 Uhr gestrichen. Bei der Airline  Air France fällt ein Flug um 18.30 Uhr nach Paris aus.

Update, 15. Januar, 6.31 Uhr: Am Flughafen Bremen trat das Sicherheitspersonal ab Mitternacht wie geplant in einen Warnstreik. „Aktuell sind hier rund 30 Mitarbeiter beteiligt. Das entspricht in etwa einer halben Schicht", sagte Herbert Behrens von der Gewerkschaft Verdi in Bremen. Insgesamt rechnete er mit rund 60 Menschen, die im Laufe des Tages Teil der Aktion sein sollen. Nach seinen Angaben sollen 17 von 32 Abflügen und acht von 16 Ankünften ausfallen.

Update, 14. Januar, 19.30 Uhr: Auch Eurowings streicht Flüge
Weitere Flüge sind inzwischen für Dienstag, 15. Januar, gestrichen worden. Eurowings hat zwei Flüge nach Stuttgart gecancelt. Der 8-Uhr-Flug soll bisher stattfinden. Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat nun auch den 6-Uhr-Flug nach Amsterdam gestrichen. Somit fallen alle drei Verbindungen in die Niederlande aus.

Die Airlines Germania und Ryanair haben dem Flughafen Bremen noch keine Ausfälle gemeldet. Auch Swiss, Air France und Turkish Airlines wollen fliegen.
Update, 14. Januar, 16.20 Uhr: KLM streicht Flüge nach Amsterdam - Bundespolizei kann Kontrollen nicht übernehmen

Die Fluglinie KLM hat die Flüge um 11 Uhr und um 18.05 Uhr nach Amsterdam gestrichen. Die Flug um 6 Uhr soll nach aktuellen Informationen stattfinden.

Die Bundespolizei rechnet damit, dass der Luftverkehr in Bremen stark vom Streik beeinträchtigt wird. Laut Pressesprecher Holger Jureczko habe die Einhaltung der Luftsicherheit oberste Priorität für die Bundespolizei. Falls im Extremfall kein Angestellter der Firma DSW zur Arbeit an der Sicherheitskontrolle auftauchen würde, könne kein Fluggast in den Abflugbereich durchgelassen werden, so Jureczko.

Die Bundespolizei könne auch nicht selbst eine Kontrolllinie der von ihr beauftragten Firma DSW übernehmen, um einen Minimalbetrieb zu gewährleisten. Die Beamten können das Streikrecht der Arbeitnehmer nicht untergraben, erklärte der Pressesprecher weiter.

Wie viele der 200 Tarifbeschäftigten von DSW sich an dem Arbeitskampf am Dienstag beteiligen, kann auch Verdi noch nicht sagen. „Wir rechnen mit einer hohen Beteiligung“, erklärte Ute Gottschaar, Verdi-Landesfachbereichsleiterin Niedersachsen. 

Update, 14. Januar, 15 Uhr: Lufthansa streicht Flüge von Bremen nach Frankfurt und München

Laut Bremer Flughafen sind - Stand: 15 Uhr - 19 von 41 Flugverbindungen am Dienstag gestrichen. Betroffen sind alle Verbindungen der Lufthansa von/nach München und Frankfurt.

Lufthansa hat für Dienstag alle Flüge von/nach Bremen gestrichen.

Die weiteren Airlines wie KLM, Germania, Ryanair und Eurowings haben dem Flughafen noch keine Informationen über etwaige Flugstreichungen mitgeteilt, erklärte Flughafensprecherin Andrea Hartmann auf Nachfrage.

Jeder Fluggast sollte sich vor dem Flug bei der jeweiligen Airline informieren, ob die Verbindung stattfinden kann oder nicht, so Hartmann weiter.

Verdi fordert bessere Bezahlung für Sicherheitspersonal

Verdi fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und für die Flughafen-Beschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich - derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich. 

Die Arbeitgeber halten das für unrealistisch, sie bieten nach eigener Darstellung ein Plus von bis zu 6,4 Prozent. Für Verdi ist das zu wenig - nach Berechnung der Gewerkschaft wäre das nur ein Plus von 2 Prozent für das Gros der Beschäftigten.

Erst am Donnerstag waren wegen des Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den drei Flughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf und Stuttgart mehr als 600 Flüge gestrichen worden. Zehntausende Passagiere waren betroffen. Am Montag hatte das Sicherheitspersonal an den beiden Berliner Flughäfen die Arbeit niedergelegt.

An diesen Flughäfen wird am Dienstag gestreikt : Bremen, Hannover-Langenhagen, Frankfurt am Main, Halle/Saale, Dresden und Erfurt.

Etwa 180.000 Passagiere werden am kommenden Dienstag nach Einschätzung des Flughafenverbands ADV von den Folgen des Warnstreiks an mehreren deutschen Airports betroffen sein. Das teilte der Verband am Sonntag in Berlin mit. Hinzu kämen noch weitere zehntausend Passagiere an jenen Airports, von denen keine Flüge zu den bestreikten Flughäfen rausgehen könnten.

Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kritisierte die Gewerkschaft Verdi scharf: "Es ist unverantwortlich von Verdi, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen." Jede Dimension eines Warnstreiks werde gesprengt. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass Verdi die Streiks auf dem Rücken der Reisenden, der Fluggesellschaften und der Flughäfen austrägt", fügte er hinzu.

Die Rechte von Fluggästen bei Streiks

Flugreisende müssen sich am kommenden Dienstag erneut auf lange Wartezeiten und Flugausfälle einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief das Sicherheitspersonal an Deutschlands wichtigstem Luftfahrt-Drehkreuz in Frankfurt am Main sowie an den Flughäfen Hannover-Langenhagen, Bremen, Halle/Saale, Dresden und Erfurt zu einem Warnstreik auf. Was Fluggäste nun beachten sollten: 

Informationen zum Flugausfall 

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen ist es der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben. 

Stornieren oder Umbuchen

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Ist ein Ersatzflug erst am kommenden Tag oder später möglich, muss die Airline Übernachtungen und Transfers zum Hotel bereitstellen. Bei einer Pauschalreise muss der Reiseveranstalter für eine Ersatzbeförderung sorgen.

Flugverspätungen

Bei Flügen bis zu 1500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3500 Kilometern nach vier Stunden.

Abflugzeit

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

Entschädigung bei Flugausfall oder Verspätung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber ebenso wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht. Verbraucherschützer haben an dieser Sichtweise allerdings rechtliche Zweifel.

dpa/afp/hh/jdw

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