53 Jahre danach

Gedenkstein für die 46 Opfer des Flugzeugabsturzes in Stuhr

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Prägend bis heute: Almut Barelmann stellt in Gedenken an ihren 1966 verunglückten Vater Helmut Stiller eine Kerze an der neuen Gedenktafel auf. Im Hintergrund: der 1967 gesetzte Stein sowie Pastor der Kirchengemeinde Stuhr, Robert Vetter.

Bremen - Von Steffen Koller. Nach nun mehr als 53 Jahren ist es endlich geschafft: Mit der Enthüllung einer Gedenktafel wird seit Sonnabend allen 46 Opfern des Absturzes von Flug LH005 gedacht. Der Flieger war 1966 nach einem missglückten Durchstartmanöver am Bremer Flughafen abgestürzt und auf einem Acker in der angrenzenden Gemeinde Stuhr zerschellt. Bisher erinnerte ein 1967 errichteter Stein speziell an die neun verunglückten italienischen Passagiere, die ebenfalls starben.

Das Unglück sei vielen noch so präsent, als wäre es gestern passiert, sagte Manfred Pohl, Mitglied der Privatinitiative „LH005“ und Mitinitiator für das Aufstellen des Gedenksteins. Umso mehr habe es ihm und seinen Mitstreitern am Herzen gelegen, nach nun mehr als 53 Jahren aller Opfer des Flugzeugabsturzes zu gedenken. Bislang geschah dies nur für die Opfer auf italienischer Seite. Neun Passagiere aus Italien, darunter sieben Mitglieder der damaligen olympischen Schwimm-Mannschaft, starben. Doch der 37 deutschen Opfer konnte erst jetzt „angemessen“ gedacht werden. 53 Jahre, so Pohl, sei dieser Umstand für Angehörige und Freunde eine „schmerzende Wunde“ gewesen. Eine Wunde, die nun „wieder langsam verheilen“ könne.

Der Lufthansa-Flug 005 war am 28. Januar 1966 auf dem Weg von Frankfurt nach Hamburg und machte einen Zwischenstopp in Bremen. Beim Durchstarten kam es nach heutigen Erkenntnissen wohl zum Strömungsabriss, und die Maschine stürzte gegen 19 Uhr ab.

Die genaue Unglücksursache konnte bis heute nicht ermittelt werden, auch weil der Flieger nicht mit einem Flugschreiber ausgestattet war. Ersthelfer, die damals am Unfallort waren, kamen ebenfalls zur Gedenkfeier. Auch ihnen sei der Stein gewidmet, machte Stuhrs stellvertretende Bürgermeisterin Sigrid Rother (CDU) klar. Die Tafel sei „wichtig für die Opfer, aber für die Helfer“. Sie hätten „tatkräftig und ohne Scheu“ gehandelt. Der Stein, der an der Norderländer Straße in Grolland aufgestellt ist und insgesamt 625 Buchstaben und Zahlen umfasst, wurde von der Steinmetzerin Silke Frese entworfen. Ihre „tolle Arbeit“, so Manfred Pohl, habe nun einen „schönen Platz“ gefunden – und mache es möglich, „angemessen zu trauern“, betonte auch Bremens Staatsrat für Verkehr, Ekkehart Siering, vor rund 80 Anwesenden.

Marco Fuchs, italienischer Generalkonsul von Bremen, sagte, die Tafel sei nun ein Ort „der Erinnerung und des stillen Gedenkens“. Er nannte die 53 Jahre des Wartens eine „lange Zeit, eine zu lange Zeit“. Der italienische Generalkonsul aus Hannover, Giorgio Tabori, sprach von einem „Unglück, der Italiener und Deutsche in tiefem Schmerz“ verbinde. Der Unglückstag sei für seine Landsleute bis heute „ein tiefer Stich ins Herz“ und „ein großes Trauma“.

Die Kosten für den Gedenkstein teilten sich sowohl der Flughafen Bremen als auch die Deutsche Lufthansa. Vertreter beider Unternehmen folgten der Einladung ebenfalls.

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