Nordwestradio zeichnet Diskussion über die Entwicklung der Landwirtschaft auf / Filmpremiere

Der Verbraucher ist in der Pflicht

Im Dialog: Hans-Heinrich Ehlen (CDU), Niedersachsens Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und die Filmregisseurin Ulrike Westermann.

Bremen - Von Ulf KaackDer Presse-Club im Schnoor war Schauplatz der Deutschlandpremiere von „Nu liggt’t an di“, einem Film, der sich in niederdeutscher Synchronisation kritisch mit der Globalisierung der landwirtschaftlichen Produktion, des Handels sowie mit dem Konsumentenverhalten auseinandersetzt.

Anschließend diskutierte eine vierköpfige Expertenrunde über dieses konfliktreiche Themenfeld. Das Nordwestradio zeichnete das Gespräch auf.

„Es ist erwiesen, dass viele kleine Bauernhöfe effektiver produzieren als die große landwirtschaftliche Industrie“, berichtete Ulrike Westermann, die Regisseurin des Films, von ihren Recherchen. „Die Industrie verletzt die Nachhaltigkeit und steuert durch ihre Marktmacht die Preisbildung auf internationaler Ebene. Und das hat katastrophale Folgen für die schwächsten in der Kette, die Produzenten und Konsumenten in der dritten Welt.“

Diese These wurde durch eine Filmszene untermauert, in der darüber berichtet wurde, dass ein arabisches Land die eigenen Milchprodukte nicht vermarkten konnte, weil es von Billigimporten aus den Industrienationen – auch aus Bremen – geradezu überschwemmt wurde. Die Folge war der Kollaps nahezu der gesamten dortigen Landwirtschaft.

Eine Sicht, die von Hans-Heinrich Ehlen, dem christdemokratischen Landwirtschafts- und Verbraucherminister Niedersachsens, nur bedingt geteilt wurde: „Global trifft die Aussage zu, doch in Deutschland und in weiten Teilen auch innerhalb der EU hält man gegen den Trend der Industrialisierung. Besonders in Niedersachsen und Bremen existieren überwiegend kleine bäuerliche Familienbetriebe, die von den Global Playern und künstlicher Marktbeeinflussung in ihrer Ertragslage beeinflusst werden. Da halte wir politisch gegen.“

„Die Großkapitalien wollen sich die globalen Welternährungsmärkte sichern“, führte der Ökolandwirt Dr. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf an. „Banken, Chemie und Genindustrie nehmen massiv Einfluss auf Volkswirtschaften, zerstören gewachsene Kulturen, Landschaften und die Fruchtbarkeit der Böden.“

Konsens herrschte abschließend in der Frage, wie dieser bedrohlichen Entwicklung zu begegnen sei. Vor allem der Verbraucher ist in der Pflicht, für qualitativ hochwertige Produkte auch adäquate Preise zu zahlen und sich über deren Herkunft zu informieren.

· Das Nordwestradio sendet die Aufzeichnung der Diskussion am Sonntag, 25. April, in der Zeit von 11.05 bis 12 Uhr.

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