In Vegesack entsteht Bremens größte Unterkunft

Platz für 750 Asylbewerber

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Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Vulkan-Werft wird derzeit zur Asylunterkunft umgebaut.

Bremen - Die ersten Zuhörer waren schon fast eine Stunde vor dem Termin da. Insgesamt wollten etwa 300 Menschen von der Sozialbehörde über Bremens größe Asylunterkunft informiert werden. Diese entsteht im alten Verwaltungsgebäude der Vulkan-Werft in Vegesack.

Insgesamt sollen hier 750 Asylbewerber und Ableger verschiedener Behörden einziehen. Bei den Anwohnern herrscht Unsicherheit und auch Angst, wie in Gesprächen deutlich wird. Wie berichtet, wird das alte Vulkan-Verwaltungsgebäude zu einer Zentralen Aufnahmestelle (Zast) für Flüchtlinge umgebaut, der größten in Bremen. Im April sollen die ersten 450 Asylsuchenden einziehen. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne), Vertreter der Polizei, des Investors, des Trägers, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und des Ortsamtes stellten sich am Mittwochabend im Bürgerhaus Vegesack Fragen aus der Bevölkerung.

Insgesamt 750 Asylbewerber – Familien wie Einzelpersonen – sollen in der früheren Werft-Zentrale spätestens ab Herbst leben, manche nur wenige Tage, andere bis zu drei Monaten. Die Kauf- und Umbaukosten belaufen sich auf bis zu 20 Millionen Euro. Von der Stadt gemietet ist das Objekt für zehn Jahre.

Laut Stahmann nahm Bremen im vergangenen Jahr fast 10300 Asylsuchende sowie außerdem 2500 unbegleitete minderjährige Ausländer (Uma) auf. Das Land sei vom Bund aufgefordert worden, eine größere Aufnahmestelle ab 500 Personen einzurichten.

Im Vulkan-Gebäude entsteht nun ein Ankunftszentrum, unter anderem mit Räumlichkeiten für die erkennungsdienstliche Behandlung und medizinische Erstuntersuchung. Anschließend erfolgt die Weiterleitung in das Asylverfahren.

Derzeit, so Anja Stahmann, gebe es Wartezeiten von mehr als einem halben Jahr. „In den Ankunftszentren sollen die Asylverfahren schneller abgearbeitet werden.“ So sollen zwei Drittel der Verfahren innerhalb weniger Tage erledigt sein.

Die Wohnabteile werden mit Trennwänden separiert. Es wird Gemeinschaftsräume geben, beispielsweise für Sprachkurse, ein Arztzimmer für Akutversorgungen. Geplant ist, dass bis zu 70 Bamf-Mitarbeiter in die Asylunterkunft einziehen.

Fragen nach der Sicherheit dominierten die Diskussion. Laut Polizei gibt es ein von einem Sicherheitsunternehmen erarbeitetes Konzept. Das Außengelände soll im Notfall auch nachts taghell erleuchtet werden können. Das gesamte Objekt soll eingezäunt, die Eingänge sollen per Video überwacht werden.

Befürchtungen aus dem Publikum, dass es nicht bei den 750 Asylsuchenden bleibt, versuchte Stahmann zu zerstreuen, indem sie die Frage nach einer Erhöhung auf bis zu 2500 Menschen kategorisch verneinte. Lars van Beek, Leiter des Präsidialstabes der Polizei, betonte, ein Anstieg von Flüchtlingen bedeute nicht einen Anstieg von Kriminalität. Im Hinblick auf Auseinandersetzungen in Asylheimen habe die Polizei trotz personeller Engpässe eine Sondereinheit gebildet, die rund um die Uhr im Einsatz sei.

df/gn

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