Nach Spiel gegen Werder II - Polizei bittet um Zeugenhinweise

Anhänger des SC Preußen Münster verwüsten Waggon

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Tags und Müll - der Regionalexpress von Bremen nach Osnabrück wurde am Samstag komplett verwüstet.

Bremen - Hemmungsloser Vandalismus im Regionalexpress am Samstagabend: Auf dem Rückweg von der Drittligapartie gegen SV Werder Bremen II haben Anhänger des SC Preußen Münster einen Zug der Deutschen Bahn verwüstet. Wie ein Sprecher der Bundespolizei Bremen am Sonntag sagte, demolierten die rund 290 Anhänger unter anderem Sitze und Deckenverkleidungen.

Die bislang unbekannten Täter haben laut Polizeiangaben im RE 4463 von Bremen nach Osnabrück dutzendfache Sachbeschädigungen begangen: Überall heften "Preußen Münster"-Aufkleber, wasserfeste Farbschmierereien mit "SCP", "Fuck OS" und "ACAB", eine Deckenverkleidung wurde eingeschlagen und der Stoff einer Rückenlehne abgerissen, dazu Müll und Bierlachen. Der betroffen Zug kann bis auf weiteres nicht mehr eingesetzt werden. Nach ersten Ermittlungen beträgt der Sachschaden mehrere tausend Euro.

Mögliche Anzeichen auf die Zerstörungswut der Münsteraner habe es nicht gegeben, die Anreise zum Spiel sei friedlich verlaufen, hieß es von der Polizei. Die Partie endete am Samstag in Bremen vor rund 1000 Zuschauern mit 0:0. Auch die Rückreise mit Bussen vom Stadion zum Bremer Hauptbahnhof verlief ohne Vorkommnisse, um 17.07 Uhr fuhr der Zug ab. Doch kurz vor Osnabrück folgt blinde Zerstörungswut, so die Polizei: "Wie sich Anhänger des SC Preußen Münster dafür bedanken, dass ein Reisezugwagen extra für sie freigehalten wurde, zeigen die Bilder."

Vandalismus im Zug nach Drittligaspiel in Bremen

Auch während des Umstiegs im Bahnhof Osnabrück und im weiteren Reiseverlauf wusste die Gruppe sich nicht zu benehmen. Wie die Bundespolizei Bad Bentheim mitteilte, zündeten die Münsteraner Anhänger bei Einfahrt des Zuges im Bahnhof Osnabrück einen Böller. Während des knapp einstündigen Aufenthalts in Osnabrück sollen sich außerdem einige Fußballanhänger vermummt und die Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei im Bahnhof mit Flaschenwürfen attackiert haben. Die zuständige Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim hat Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstand gegen Polizeibeamte in zwei Fällen eingeleitet.

Die Bundespolizeiinspektion Bremen appelliert an die Zivilcourage friedlicher Fans, Straftäter nicht im Schutz ihrer Menge untertauchen zu lassen und mit Zeugenhinweisen die Ermittlungen zu unterstützen unter Telefon 0421/162995 oder bpoli.bremen@polizei.bund.de

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