Bremer Regierungskoalition will Friedhofszwang deutlich lockern

Urne im Wohnzimmer

HSV- und Dortmund-Urne dürften in Bremen (hier bei einer Ausstellung im Forum 8 in Bremen) wohl eher selten im heimischen Wohnzimmer zu sehen sein, aber nach der beabsichtigten Lockerung des Friedhofszwangs wäre das zumindest möglich. ·
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HSV- und Dortmund-Urne dürften in Bremen (hier bei einer Ausstellung im Forum 8 in Bremen) wohl eher selten im heimischen Wohnzimmer zu sehen sein, aber nach der beabsichtigten Lockerung des Friedhofszwangs wäre das zumindest möglich.

Bremen - Die rot-grüne Regierungskoalition in Bremen will den Friedhofszwang im kleinsten Bundesland deutlich lockern. Mit einem gemeinsamen Antrag für den Landtag wollen Grüne und SPD ermöglichen, dass Angehörige für zwei Jahre die Urne mit der Asche eines Verstorbenen zu Hause aufbewahren können.

Erst dann müsste sie in einer Urnengrabstätte beigesetzt werden. Der Antrag soll im August in die Bremische Bürgerschaft eingebracht werden, sagte der Sprecher der Grünen-Fraktion, Matthias Makosch.

Bislang dürfen Urnen im Land Bremen nur auf Friedhöfen bestattet werden. Zugelassen werden soll auch, dass die Asche eines Verstorbenen auf einer speziell dafür ausgewiesenen Friedhofsfläche ausgestreut werden kann. Der Senat soll überdies prüfen, auf welchen Flächen außerhalb von Friedhofsmauern dies erlaubt werden könnte. „Wir sind überzeugt, dass diese Reform die Balance zwischen mehr Individualität und Pietät wahrt“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Maike Schaefer.

Vor allem Jüngere empfänden den herrschenden Friedhofszwang als Bevormundung. „Manche Menschen haben den Wunsch, dass die Urne mit ihren sterblichen Überresten zu Hause aufbewahrt werden kann“, ergänzte Schaefer. Mit dem rot-grünen Vorschlag wären nach Einschätzung der Politikerin Familien nicht mehr zu einem „würdelosen Leichentourismus ins liberale Ausland“ gezwungen, wenn sie entsprechende Pläne hätten. Zugleich soll verhindert werden, dass bei Sozialbestattungen armer Menschen die Asche nur noch ausgestreut wird oder Urnen immer zu Hause aufbewahrt werden, weil das billiger ist. Deshalb werde für das Verstreuen der Asche eine Willensbekundung zu Lebzeiten verlangt und die Herausgabe der Urne an das Anpachten einer Grabstelle gekoppelt, hieß es.

Die Wahl zwischen Erd- und Feuerbestattung soll erhalten bleiben. Muslimen soll überdies die Möglichkeit eröffnet werden, traditionsgemäß nur im Leichentuch bestattet zu werden. · epd

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