Airport: Wertschöpfung viel höher als Klimakosten

„Unverzichtbarer Jobmotor“ für Bremen

Blick auf das Terminalgebäude des Bremer Flughafens in den Abendstunden.
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„Das Tor zur Welt“: Der Flughafen ist laut Studie ein „bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, auf den Bremen nicht verzichten kann“.

Der Bremer Airport ist „wichtig für Bremen und die Region“. Das hat eine vom Flughafen in Auftrag gegebene Studie zu Wertschöpfung und Klimakosten bestätigt.

Bremen – Der Bremer Flughafen zählt nicht zu den größten deutschen Flughäfen, aber er zählt zu den wichtigen. Zu den systemrelevanten, wie es in Pandemiezeiten heißt. In diese Kategorie hat der Bund den mehr als 100  Jahre alten Airport im Neuenlander Feld eingestuft. Das heißt: Corona-Hilfen sollen fließen.

So weit, so gut. Jeder Flughafen hat eine erhebliche regionalökonomische Bedeutung. Und mit jedem Airport sind auch Umweltbelastungen und Schadstoffemissionen verbunden. Der Flughafen Bremen hat darum eine Studie in Auftrag gegeben, die die „regionalökonomische Bedeutung und die Klimakosten“ des Airports untersucht. Verfasst hat die Studie Professor Dr. Richard Klophaus, Vorstand und Sprecher des Zentrums für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs (ZFL) in Worms.

Klophaus hat dafür die Zahlen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 zugrunde gelegt, als der Bremer Flughafen unter anderem 2,31 Millionen Passagiere sowie 36 300 Flugbewegungen, also Starts und Landungen, zählte. Jenes Niveau von 2019 werde der Luftverkehr bis zum Jahr 2025 wieder erreichen, davon geht Klophaus in seiner Studie aus. Dafür werde ein Szenario angenommen, das darauf basiert, dass im Dezember 2021 die Krise weitgehend gemeistert ist und die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, die Wirtschaft ein Jahr später wieder das Vor-Covid-Niveau erreicht und das Passagieraufkommen ab 2023 wieder um jährlich gut drei Prozent wächst.

Flugverkehr 2025 auf Vor-Covid-Niveau

Zurück in die Studie: Laut Klophaus gab es 2019 am Flughafen 7 281 direkte Arbeitsplätze in mehr als 80 Betrieben. Bedeutendster Arbeitgeber waren der Airbus-Konzern inklusive Ariane-Group und Premium Aerotec, die Deutsche Flugsicherung sowie die Flughafen-Gruppe. Mit dem Flughafen sind laut Studie fast 30 000 Arbeitsplätze sowie eine Bruttowertschöpfung von 2,263 Milliarden Euro verbunden – das waren 7,9 Prozent der Beschäftigten und 8,6 Prozent der Wertschöpfung in der Stadt Bremen. Die Produktion am Flughafen wiederum führte laut Klophaus zu einem Steueraufkommen von 592,7 Millionen Euro, von denen 244 Millionen Euro beim Bund und 241 Millionen Euro beim Land Bremen landeten.

Für die Klimabilanz wiederum legte die Studie Zahlen der Non-Profit-Organisation „Atmosfair“ zugrunde. Insgesamt war der Linienluftverkehr am Flughafen Bremen im Jahr 2019 laut Studie mit einer Klimawirkung von 654 000 Tonnen Emissionen verbunden, davon 274 900   Tonnen CO2-Emissionen und 379 100 Tonnen Nicht-CO2-Emissionen. Der gesamte Linienluftverkehr des Flughafens hat demnach Klimakosten in Höhe von 17,25 Millionen Euro verursacht. „Das ist überraschend wenig“, hieß es.

Leere Check-in-Schalter in Pandemie-Zeiten: 2025 soll das Vor-Corona-Niveau im Flugverkehr auch in Bremen wieder erreicht sein.

17,25 Millionen Euro Klimakosten

Aus der Studie geht unter anderem hervor, dass der Bremer Flughafen gemessen am Passagieraufkommen gegenüber Hannover, wo mit mehr als sechs Millionen Fluggästen nur wenig mehr Wertschöpfung erzielt worden sei, eine „überproportionale hohe regionalökonomische Bedeutung“ hat. Flughafen-Chef Elmar Kleinert sagt: „Der Airport ist ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, auf den Bremen nicht verzichten kann.“ Der Flughafen sei ein Jobmotor mit einer „enormen Bedeutung für Bremen und die Region“, ergänzt Wirtschafts-Staatsrat Tim Cordßen. Er sei ein wichtiger Standortfaktor, mit dem Bremen bei ansiedlungswilligen Unternehmen aus aller Welt punkten könne. Und für die Unternehmer aus Bremen und der Region sei der Airport mit seiner parallelen Funktion als Verkehrs- und Werksflughafen „das Tor zur Welt“.

Heute will der Bremer Senat über eine Finanzspritze für den Airport beraten. 17  Millionen Euro sollen aus dem kreditfinanzierten Bremen-Fonds (zur Bewältigung der Corona-Krise) abgeschöpft werden. Ebenjene Summe muss die Flughafen-Betriebsgesellschaft aus haushaltstechnischen Gründen zur Jahresmitte ans Finanzressort zurückzahlen. Für 2020 beläuft sich das Defizit des Flughafens nach Angaben aus Senatskreisen auf rund 26 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird mit einem Verlust von fast 19 Millionen Euro gerechnet.

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