Der „Runne Disch Plattdüütsch“ kämpft fürs INS

Unterstützung für bedrohtes Institut

Ob es tatsächlich bewahrt wird, steht in den Sternen – das Institut für niederdeutsche Sprache im Schnoor. - Foto: Kuzaj

Bremen - Die drohende Schließung des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor schlägt weiter Wellen. Der „Runne Disch Plattdüütsch“ fordert Bremens Politiker auf, sich für den Erhalt des Instituts einzusetzen. Es sei „zeitnah“ zu klären, wie eine länderübergreifende Finanzierung des INS gesichert werden kann.

Wie berichtet, haben die vier Finanzierungsländer Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg ein seit 1979 bestehendes Förderabkommen gekündigt. Ende 2017 sollen Zuschüsse von insgesamt 272.000 Euro pro Jahr wegfallen. Damit verliert das INS zum 31. Dezember 2017 seine finanzielle Basis.

Für „unverständlich und schädlich“ hält der „Runne Disch Plattdüütsch“ die Kündigung – zumal „auch und gerade in Bremen ein guter politischer Prozess zur Stärkung des Niederdeutschen, besonders im Bildungsbereich, in Gang gesetzt worden ist“, wie es in einer gestern verbreiteten Erklärung heißt.

Das INS biete ein breitgefächertes Angebot zum Erhalt und zur Förderung des Niederdeutschen. Es sei Interessenvertretung im Hinblick auf die Umsetzung der europäischen Sprachencharta, „Knotenpunkt im niederdeutschen Netzwerk“ und stelle wissenschaftlich fundiert Informationen und Literatur bereit – analog wie digital. Und: „Hervorzuheben ist die Informationsaufbereitung und -fülle der INS-Homepage“, heißt es in der von Walter Henschen unterzeichneten Erklärung des „Runnen Disch Plattdüütsch“ weiter. Soll heißen: das Institut arbeitet auf allen Kanälen und weiß dabei auch zeitgenössische Medien zu nutzen.

Henschen appellierte zudem an Bürgerschaftspräsident Christian Weber, noch vor der Sommerpause eine außerordentliche Sitzung des in seinem Haus angesiedelten Beirates Niederdeutsch einzuberufen. Schließlich gehe es darum, auf Bundes- und Länderebene Perspektiven für einen Fortbestand des INS zu entwickeln. In dem Beirat kommen Abgeordnete, Vertreter des INS, plattdeutsche Kulturschaffende und Vereine zusammen. - kuz

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