Unterschiedliche Haltungen

Sozialressort sucht neue Führungsriege für defizitäre Martinshof-Werkstatt

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Steht vor dem Abschied: Werkstatt-Bremen-Geschäftsführer Ahlrich Weiberg (l.). Das Foto mit Mitarbeitern entstand in der Vorweihnachtszeit bei der Martinshof-Ausstellung in der Unteren Rathaushalle.

Die Werkstatt Bremen erhält eine neue Führung. Das hat das Sozialressort auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt.

Bremen - „Die Geschäftsführung soll neu besetzt werden“, kündigte der Sprecher von Anja Stahmann (Grüne), Bernd Schneider, an. Der Martinshof, Werkstatt für Behinderte, ist ein Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen.

Grund für die Neubesetzung ist wohl weniger das finanzielle Defizit in 2018 und 2019 als der Dissens in der Frage, wie die zukünftige „betriebliche Steuerung“ (Schneider) der Werkstatt Bremen zu erfolgen hat. Mit anderen Worten: Zu den Maßnahmen zur Beseitigung des Defizitis gibt es „unterschiedliche Haltungen“ so Schneider. Laut dem Sprecher belief sich das Minus im vergangenen Jahr bei einem Jahres-Volumen von 50 Millionen Euro auf mehr als eine Million Euro, in diesem Jahr „ist es etwas weniger“. Schneider wies auch darauf hin, dass ein Betrieb wie der Martinshof nicht immer kostendeckend arbeiten könne.

Die nun aufgelaufenen Defizite scheinen aber den Anlass für eine Trennung von der aktuellen Geschäftsführung gegeben zu haben. Holger Clausen, Prokurist der Werkstatt Nord, ist dem Vernehmen nach bereits beurlaubt. Bei dem erkrankten Martinshof-Chef Ahlrich Weiberg scheint dies nur eine Frage der Zeit zu sein.

Er hatte im Dezember 2015 die Geschäftsführung übernommen, zwei Jahre später hatte die Sozialsenatorin das Vertragsverhältnis entfristet. Weiberg hatte „Mr. Martinshof“ Wilfried Hautop abgelöst, der die Geschäftsführung seit Gründung der Werkstatt im Jahr 1987 innehatte.

Am heutigen Donnerstag sollen die Vorgänge um die Werkstatt Bremen im nichtöffentlichen Teil der Sitzung der Sozialdeputation erörtert werden, erklärte Schneider. Formal ist für die neuen Personalien der Eigenbetriebsausschuss zuständig.

Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, forderte eine Sondersitzung des zuständigen Betriebsausschusses. „Die genauen Zahlen des aktuellen Defizits und die Ursachen müssen nun vollständig auf den Tisch.“

Grönert monierte, dass „es nach dem Wortlaut des Eigenbetriebsgesetzes die Aufgabe des Betriebsausschusses gewesen wäre, über die personelle Maßnahme zu beraten und zu entscheiden“. Schneider erklärte dazu, die Personalentscheidung sei mit Mitgliedern des Ausschusses abgestimmt gewesen.

Und wie geht es weiter? Es dauert wegen der erforderlichen Ausschreibung und des Auswahlverfahrens mindestens zwei Monate, bis eine neue Geschäftsführung gefunden ist. „Es ist daher eine Interimslösung erforderlich“, sagte Schneider, „daran wird gearbeitet.“

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