Hastedter Grundschule zieht an den Jakobsberg

Bremen: Unterricht in Mobilbauten ab Sommer

Die Grundschule am Alten Postweg ist eingerüstet.
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Eingerüstet bleibt die Grundschule am Alten Postweg bis zum Schuljahresende. Dann beginnt der Abriss des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes, zu dem wohl jeder Hastedter eine Geschichte erzählen kann.

Das ehemalige Eisstadion am Jakobsberg im Bremer Osten liegt in Trümmern. Die Postweg-Schule soll im Sommer folgen. Für die Schüler geht es dann in Mobilbauten auf dem Jakobsberg-Areal.

Bremen – Das ehemalige Eisstadion am Jakobsberg ist nur noch ein Trümmerhaufen. Und die Tage der Schule am Alten Postweg sind gezählt. Hastedt verliert Geschichte. Der Abriss der Sportanlage und der geplante Abriss des mehr als 100 Jahre alten Schulgebäudes im Ortsteil im Bremer Osten hängen zusammen. Denn auf dem Jakobsberg soll eine Übergangsschule entstehen, eine Interimslösung mit Mobilbauten für die Hastedter Grundschüler. Schließlich soll auf dem Gelände am Alten Postweg ein neues Schulgebäude gebaut werden. Das dauert. Fünf Jahre sind veranschlagt.

Die Grundschule am Alten Postweg ist marode. Das haben Untersuchungen ergeben. Eine Sanierung des Altbaus der Schule, die 1910 als „reine Knabenschule“ gegründet wurde, sei „perspektivisch nicht mehr sinnvoll und teurer als neu zu bauen“, heißt es unter anderem in einem offenen Schreiben des Schulleiters Sebastian Gerber an die Eltern. Gutachten haben demnach ergeben, dass nicht nur im Hauptgebäude, sondern auch im Neubau aus den 70er Jahren und in der Turnhalle Sanierungen notwendig sind. So gibt es Schäden und statische Mängel an Fassade und Dächern. Der Abriss des gesamten Komplexes soll nach Schuljahresende im Sommer 2022 beginnen. Nach dem Abriss soll dann ein neues Schulgebäude hochgezogen werden. Derzeit ziert ein Gerüst das Schulgebäude. Es sei jüngst noch einmal erweitert und erhöht und mit Fangnetzen versehen worden, so der Schulleiter. Und weiter: „Das Schulgebäude bleibt dann bis zu unserem Auszug im Sommer eingerüstet.“

Mit dem Auszug kommt der Jakobsberg ins Spiel. Hier sollen rund 200 Grundschüler für die nächsten Jahre eine Heimat finden. „Wir sind im Zeitplan und bereiten derzeit auf der Liegenschaft alles für die Mobilbau-Interimslösung vor“, sagte Fabio Cecere, Sprecher von Immobilien Bremen, auf Anfrage. IB verwaltet – als Anstalt des öffentlichen Rechts – die öffentlich genutzten Grundstücke und Gebäude der Freien Hansestadt Bremen. Ein Bauschild weist am Jakobsberg auf die Umbaupläne hin. Die Ausschreibungen laufen, so Cecere. So lassen sich die konkreten Projektkosten derzeit noch nicht beziffern. Auch für den Schulweg müssen noch Lösungen gefunden werden. Er führt über den vielbefahrenen Hastedter Osterdeich zur zukünftigen Mobilbau-Grundschule.

Die Überreste des alten Eisstadions türmen sich am Jakobsberg. Das Areal wird zum Standort für Schul-Mobilbauten.

Schulweg führt über den Osterdeich

Am Jakobsberg türmen sich derweil die Reste des alten Eisstadions. Vom einst weithin sichtbaren Ansager-Turm, von der Tribüne und auch von der ehemaligen Gaststätte samt Einliegerwohnungen ist nichts mehr zu sehen. Das Areal lag seit Jahren im Siechtum.

Eröffnet wurde das Eisstadion im September 1963. Die Baukosten lagen seinerzeit bei 1,7 Millionen DM, finanzierter vor allem aus Lottomitteln. Im November jenes Jahres begann die erste Eiszeit. In den Folgejahren boomte das Eisstadion, wurde zu einem beliebten Ausflugsziel weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus und zur Heimat der Bremer Eislauf- und Eishockey-Szene. Doch die unüberdachte Eisfläche verlor an Anziehungskraft. Die Stadt baute zu Beginn der 80er Jahre auf der Bürgerweide eine Eishalle für acht Millionen DM. Die wurde 1983 eröffnet, 1996 wieder abgerissen. Sie wich dem Neubau des Messezentrums. Zwei Jahre später wurde an der Waller Heerstraße im Bremer Westen die Eislaufhalle „Paradice“ eingeweiht. Baukosten: zehn Millionen DM.

Ein Abschied in Raten

Die Eislauffläche am Jakobsberg wurde im Frühjahr 1997 endgültig abgetaut. Das Areal wurde dann zeitweilig zu einem Kunstrasenplatz umgebaut. Es kursierten Pläne für ein Sportzentrum. Doch es blieb bei Gedankenspielen. Die Räume der früheren Gaststätte Eisstadion wurden bis zum Beginn der Corona-Pandemie als Partylocation (zuletzt: „Günniland“) genutzt.

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