Der leuchtende Hund

Universum-Sommerprogramm: Reise in die Zukunft des Spielzeugs

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Roboter-Zauber in der Digitalwerkstatt im Rahmen des Sommerprogramms „Play on“ des Universums: Gian Levi lässt einen Roboter fahren, der an einen Hund erinnert.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Gian Levi ist stolz. Er hat einen Roboter gebaut. Der sieht aus wie ein Hund. Und er ist agil. Auf Rollen fährt über den Tisch. Das reicht nun. Der Neunjährige wechselt den Kopf des Tierroboters aus. Danach wirft der einen Lichtschein. Gian Levi hat ein Leuchtelement angebaut.

Die Teile des Roboters sind Cubelets, würfelförmige Elemente, die je eine Funktion beherrschen. Gian Levi ist begeistert von dem Besuch der Digitalwerkstatt für alle, die im Rahmen des Sommerprogramms „Play On“ im Universum geöffnet hat. „Play on“ widmet sich der vielfältigen Welt der Spielzeuge und zeigt diese in einer interaktiven Ausstellung.

Programmieren mit Filzstiften

Mit den Bauelementen geht noch mehr. Der junge Konstrukteur koppelt das Leuchtelement mit einem Drehelement und einem Intensitätsregler. Dazwischen kommt natürlich die Versorgungseinheit. Schon ist ein Leuchtturm fertig. Je höher Gian Levi die Stärke einstellt, umso schneller dreht sich der Lichtstrahl und umso heller leuchtet er. Danach präsentiert der angehende Viertklässler noch ein Fahrzeug mit Sensoren. Mit seinen Händen nähert er sich dem Gefährt an, dieses ändert seine Richtung so, dass es von den Händen wegkommt. Roboterbau kann ziemlich einfach sein.

Auch Programmierung muss nicht immer mit unzähligen Zeilen Code passieren. Das zeigen nebenan die Ozobots, kleine Roboter, die aussehen wie große Käfer oder auch ein bisschen wie kleine Schokoküsse. Kinder malen bunte Linien auf Papier, setzen die Ozobots drauf. Diese ändern ihre Farbe, wenn über ein längeres Stück hinweg die Farbe des Streifens wechselt. Kurze Farbwechsel auf der Strecke codieren Befehle. Rot-Schwarz-Rot heißt „Langsam fahren“, Blau-Grün-Blau das Gegenteil: „Turbo“. Die zwölfjährige Cara Jo hat sonst in ihrer Freizeit nicht viel mit Technik zu tun. „Ich male lieber“, sagt sie. Sie malt schwungvolle Strecken und lässt ihren kleinen Roboter Drehungen um sich selbst machen. Auch das ist Programmierung, umgesetzt mit Filzstiften.

Virtual Reality - Das Spielen der Zukunft?

Vor der Digitalwerkstatt ist auch einiges los. Die Geräuschkulisse erinnert an eine Spielhalle. Hier steht die Ausstellung zu „Play on“ mit vier großen Stationen. An der Station „Picture this“, die sich ganz dem Themenfeld der Bilder widmet, ist eine VR-Brille die Hauptattraktion. Kurz aufsetzen – und der Besucher ist in einer anderen Welt. Überall ist Wasser. Die Füße stehen auf einem modernden Schiffswrack. Ein Blick nach oben: Fischschwärme ziehen vorbei. Und Rochen. Alles ist perfekt dreidimensional. Dann schwimmt ein Rochen ganz nah vorbei. Kurz danach ein gewaltiger Wal. Seine riesige Flosse verfehlt nur knapp das Wrack. Sieht so eine Spielewelt von morgen aus?

Eine andere Station zeigt verschiedene Arten von Spielen. Eines kombiniert Holzfiguren mit der virtuellen Welt. Ausstellungplanerin Kerstin Haller stellt einen Warzeneber auf einen Sockel. Kurz danach taucht dieser auf einem Bildschirm auf. In der virtuellen Welt geht noch mehr. Haller legt ein großes Kreuz auf die Holzfigur, dann einen Hai. „In der virtuellen Welt kann der Warzeneber ganz leicht mit dem Hai gekreuzt werden“, erklärt sie. Ein merkwürdig aussehendes Tier erscheint auf einer virtuellen Wiese.

Ausstellung ist bis zum 13. August geöffnet

Hallers Lieblingsexponat ist eine beleuchtete Sandkiste. Auch hier werden reale und virtuelle Welt durchmischt. Eine Höhenkamera erlaubt Abstandsmessungen. Haller schichtet Berge auf. Diese nehmen die Farbe von Gestein ein. Die tiefen Stellen werden blau. Wasser sammelt sich dort, Seen entstehen. Höhenlinien erscheinen im Sand und gezeigt wird auch, wie Regen verläuft.

„Play on“ läuft bis 13. August. Die Digitalwerkstatt öffnet am 6., 13. und 20. Juli jeweils von 13 bis 17 Uhr. Vom 25. bis 28. Juli finden anspruchsvollere Programmierworkshops für Teilnehmer ab 14 Jahren statt. Eine Anmeldung ist bei Nordbord möglich. Das Sommerprogramm inklusive Workshops ist im Eintritt (16 Euro, Familien 40 Euro) enthalten.

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