In der Union-Brauerei im Osterfeuerbergviertel wird jetzt wieder Bier gebraut

Sechs Sorten zum Auftakt

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Markus Zeller (l.) und Lüder Kastens mit historischen Biergläsern.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Jetzt geht‘s los! Braubeginn in Walle... „Es ist für alle Beteiligten ein ganz besonderer Moment“, sagen die beiden Gründer der neuen Union-Brauerei Bremen, Lüder Kastens und Dr. Markus Zeller. Nach fast 50 Jahren wird in dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex im Waller Osterfeuerbergviertel nun wieder Bier gebraut.

Gemeinsam mit Zeller, der eine Professur für Systemgastronomie an der Hochschule Heilbronn hat und früher Geschäftsführer bei Beck & Co. in Bremen war, hatte Investor Kastens (Hotel „Überfluss“, Schuppen1) ein Konzept für die alte Union-Brauerei entwickelt. Es ist, kurz gesagt, eine neue Union-Brauerei.

Die alte war anno 1907 von Bremer Gastwirten gegründet worden. 1968 wurde sie dichtgemacht, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011). Es war eine andere Zeit. Der Trend ging nicht gerade in Richtung Vielfalt. Stattdessen verstärkte sich die industrielle Produktion. Das Brauereigebäude in Walle wurde zur Lagerfläche. Eine Spedition zog ein. Ein Weinhandel kam, eine Metallwerkstatt, eine T-Shirt-Firma.

Jetzt ist eine andere Zeit. Nach allen Regeln der Handwerkskunst gebraute „Craft-Biere“ sind gefragt, ausdrucksvolle Biere mit eigenständigem Charakter. Darauf setzen Kastens und Zeller. Im März 2014 begannen die Planungen für die Wiedereröffnung. Nach mehr als einem Jahr des Umbaus und der Restaurierung hatte – wie berichtet – im September der Aufbau der Brautechnik in dem Gebäudekomplex begonnen.

Die neue Union-Brauerei besteht neben dem 2000-Liter-Sudhaus, in dem das Bier gekocht wird, aus einem Gär- und Lagerbereich sowie einem Raum für die Abfüllung. Dazu entstehen eine Gastronomie mit einem „Ganzjahresbiergarten mit Glasdach“, ein Shop und ein „Erlebnisraum“ für Bierseminare.

Als Braumeisterin haben Kastens und Zeller die 24-jährige Doreen Gaumann aus Sulingen engagiert; ein weiterer Braumeister soll im Dezember anfangen. „Starten wollen wir mit sechs Sorten“, sagt Zeller. Das Angebot soll saisonal variieren, dazu könnte es Biere zu besonderen Anlässen geben.

„Die Bandbreite der Sorten reicht von Keller-Pils über Weißbier und Rotbier bis hin zu Porter und Pale Ale“, heißt es in Walle. „Alle Biere sind bewusst nicht filtriert, somit naturtrüb, und werden nicht thermisch behandelt. In den kommenden Wochen reifen die Biere im Gär- und Lagerkeller, bevor sie vor Ort in Fässer und Mehrwegflaschen für den Bremer Markt umweltfreundlich abgefüllt werden.“

Sobald die Biere abgefüllt sind, wird dann – voraussichtlich Mitte Dezember – das Braugasthaus eröffnet. Der historische Gebäudekomplex der Union-Brauerei ist ein Schmuckstück im Stil des ausklingenden Historismus. Verputzte Fassaden, denen Sichtziegelmauerwerk Rahmen und Struktur gibt.

Nostalgische Gefühle weckt so etwas heute, Sehnsucht nach vermeintlich besseren Zeiten. Das 8000 Quadratmeter große Union-Areal könnte fortan das Herz des Osterfeuerbergviertels sein. Ab Frühjahr 2016 wollen Kastens und Zeller auch Brauereiführungen anbieten.

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