Neues Sicherheitskonzept für den Freimarkt

Uniformierte Präsenz

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Vier Millionen Besucher zieht der Freimarkt Jahr für Jahr an. Mit einem veränderten Konzept wollen die Behörden nun die Sicherheit auf der Bürgerweide erhöhen. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Mehr Sicherheit für den Freimarkt – das ist das Ziel. In Kooperation mit den Schaustellern haben Innenressort, die Polizei und das Stadtamt dafür jetzt ein neues Konzept entwickelt. Anders als beim Oktoberfest in München wird es beim Freimarkt auf der Bürgerweide allerdings keinen Zaun rund um das Volksfestareal geben. Und Rucksäcke bleiben nach gegenwärtigem Stand in Bremen ebenfalls erlaubt. In der Regel kommen etwa vier Millionen Besucher zum Freimarkt.

Zaun, Rucksack-Verbot? „Ist für uns derzeit nicht erforderlich“, sagt Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin von Innen- und Freimarktssenator Ulrich Mäurer (SPD). Die Sicherheitslage in Bremen sei nicht mit der in München vergleichbar. „Es liegt hier keine konkrete Gefährdungslage vor.“

Ein Hammer: Innen- und Freimarktssenator Ulrich Mäurer bei der traditionellen Eröffnung des Bremer Volksfests. - Foto: dpa

Und mit „Symbolmaßnahmen“ sei niemandem gedient. Zäune und Rucksack-Kontrollen würden zudem etliche Maßnahmen nach sich ziehen. Besucherschleusen seien dann notwendig – und Möglichkeiten, Taschen und Rucksäcke temporär sicher einlagern zu können. Und, und, und. Die Schausteller wünschen sich unterdessen, dass Besucher möglichst von sich aus auf größere Taschen und Gepäckstücke verzichten, wenn sie auf die Bürgerweide kommen. Einen Zaun gibt es dort also nicht – aber die Zahl der Freimarkts-Zugänge wird in der Volksfest-Zeit vom 14. bis zum 30. Oktober begrenzt. Statt 13 soll es fortan es nur noch fünf Eingänge geben. Die übrigen acht werden zu Notausgängen umfunktioniert – und eben auch nur im Notfall geöffnet.

An den Eingängen und Notausgängen werden Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes stehen – wie bisher schon vor den großen Zelten, sagt Gerdts-Schiffler. Hoheitliche und polizeiliche Aufgaben übernehmen die privaten Sicherheitsleute nicht, das dürften sie auch gar nicht. „Sie können aggressive Leute ansprechen, dürfen sie aber nicht festhalten“, sagt Gerdts-Schiffler. Haben sie einen Übeltäter im Visier, sollen sie ihn im Auge behalten, bis die alarmierte Polizei eintrifft und einschreiten kann.

Für die Kosten kommt zunächst einmal das Stadtamt – dem Marktmeister und Marktverwaltung zugeordnet sind – auf. In Zukunft gilt es aber auch als denkbar, die Kosten für den Sicherheitsdienst „umzulegen“, sprich: auch die Schausteller daran zu beteiligen.

Beamte der Bremer Freimarktswache im Einsatz auf der Bürgerweide – eine Szene aus dem vergangenen Jahr. - Foto: Koller

Die Polizei verstärkt ihren Volksfest-Einsatz ebenfalls. „Die uniformierte Präsenz wird erhöht“, sagt Gerdts-Schiffler. Für den Fall der Fälle stünden zudem „Interventionskräfte“ bereit. Sollte sich die Einschätzung der Sicherheitslage – aus welchen Gründen auch immer – ändern, wird das Freimarkts-Sicherheitskonzept daran angepasst. Ein weiterer Punkt des Konzepts ist das Thema „Wetter“. Stürmische Tage haben in den vergangenen Jahren wiederholt für Schließungen auf Frei- und Weihnachtsmarkt gesorgt (wir berichteten). Der Deutsche Wetterdienst in Hamburg, die Polizei, das Baubehörde, die Feuerwehr und Statiker behalten das Wetter zur Volksfestzeit kontinuierlich im Blick. „Sobald sich etwas zusammenbraut, wird geguckt, ob bestimmte Fahrgeschäfte schließen müssen“, so Ressortsprecherin Gerdts-Schiffler.

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