Uni-Student Henning Ziegler gewinnt die „Cyber Security Challenge Germany“

Hacker aus Leidenschaft

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Während seines Studiums an der Bremer Uni hat sich Henning Ziegler auf IT-Sicherheit spezialisiert. Nach dem Gewinn der „Cyber Security Challenge Germany“ tritt der Hacker am Mittwoch beim europäischen Finale in der Schweiz an.

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit Leidenschaft ist er Sicherheitslücken in Computersystemen auf der Spur: Henning Ziegler gehört zu den besten Hackern Deutschlands. Als einer der Sieger der „Cyber Security Challenge Germany“ will der Student der Uni Bremen am Mittwoch im schweizerischen Luzern nun auch den europäischen Titel holen.

Als Hacker werden meist Menschen bezeichnet, die ihre Kenntnisse missbrauchen, um in Computer von Privatpersonen, Behörden und Unternehmen einzudringen, Daten auszuspähen und Schaden anzurichten. Doch ein Hacker habe nicht zwangsläufig Böses im Sinn, sagt Henning Ziegler. Vielmehr gebe es auch „gute Hacker“, die wissen möchten, wie Systeme funktionierten, um zum Beispiel Sicherheitslücken in Systemen aufzudecken und sie zu schließen.

So wie der 26-Jährige, der im Bachelorstudium in Oldenburg Informatik studierte und sich in seinem Masterstudium an der Uni Bremen auf den Schwerpunkt „Sicherheit und Qualität“ spezialisierte. Bereits im vergangenen Jahr hatte Ziegler an der deutschen Ausgabe der „Cyber Security Challenge“ teilgenommen und war dort Zweiter geworden. Nun hat es geklappt: Im September siegte beim deutschen Finale das Team, zu dem neben dem gebürtigen Delmenhorster Studenten aus Berlin, Karlsruhe und Konstanz gehörten.

Doch obwohl er zu den fünf Gewinnern des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Wettbewerbs gehört, will Henning Ziegler nicht „Deutschlands bester Hacker“ genannt werden. „Es gibt viele Leute, die wesentlich mehr können als ich“, sagt er bescheiden. Und betont: „Die Challenge ist eine Teamleistung.“

Dem Wettbewerb vorausgegangen war eine Online-Qualifikation. Danach wurden die zehn besten Studenten und zehn besten Schüler zum Finale nach Berlin eingeladen, wo jeweils zwei Studenten- und Schülerteams gegeneinander antraten.

Hier hieß es dann, unter Zeitdruck konzentriert zu arbeiten: So standen die Teilnehmer beispielsweise vor einer Forensik-Aufgabe, die der Arbeit eines Gerichtsmediziners oder Polizisten ähnelt. Simuliert wurde ein Angriff auf ein Unternehmen. „Wir haben ein Abbild eines Rechners bekommen, auf dem ein Virus war. Es galt herauszufinden, wie der Angreifer in das System gekommen ist, ihn zu identifizieren, herauszufinden, was er für eine Aufgabe hat und Empfehlungen zur Schließung der Sicherheitslücke zu geben“, so der Experte für Android-Sicherheit. Außerdem mussten die Sicherheitsspezialisten, die Lücke in einer Website finden und Daten auszuspähen, die eigentlich unzugänglich sein sollten.

Der Wettbewerb hat das Ziel, den Fachkräftenachwuchs in der IT-Sicherheit zu fördern. Denn daran mangele es: „Viele Unternehmen suchen Leute, finden aber keine, unter anderem deshalb, weil es in Deutschland nur wenige entsprechende Studiengänge gibt“, so Ziegler.

Für seinen Master ist der Nachwuchshacker an die Bremer Uni gekommen, weil es hier die Möglichkeit gegeben habe, sich mit dem Studienschwerpunkt „Sicherheit und Qualität“ zu spezialisieren.

Im Fachbereich Mathematik/Informatik schreibt Ziegler gerade an seiner Masterarbeit zum Thema Sicherheit von Android-Apps. Darin untersucht er zum Beispiel, ob eine App Daten wirksam verschlüsselt. Entwickeln möchte er ein automatisiertes Werkzeug, mit dem sich genau dies feststellen lässt.

Experten in der IT-Sicherheit sind gefragt, und so hat auch der Informatikstudent bereits einen Job, bevor er seine Masterarbeit bei Dr. Karsten Sohr überhaupt abgegeben hat. Doch erst einmal geht es zum europäischen Wettbewerb in die Schweiz. Die zehn Besten der deutschen Endrunde (fünf Schüler und fünf Studenten), darunter auch Henning Ziegler, bilden das Team, das zur „European Cyber Security Challenge“ nach Luzern fährt. Hier treten Gruppen aus der Schweiz, Österreich, England, Spanien und Rumänien gegeneinander an.

Für das Finale am kommenden Mittwoch wünscht sich der Bremer Nachwuchshacker, „dass wir im Mittelfeld mitspielen können“.

www.cscg.de

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