„Teetied“-Seminare im Schuppen 6: Der Duft von Camellia Sinensis

Ungerührt mit Wölkchen

Ein Prost mit Tee: Christine Glenewinkel und Lüder Vollers, Geschäftsführer der Berthold Vollers GmbH, über dem Teelager im Europahafen. - Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski.  „Regentee“ wächst bei Monsun, Schimmel macht „Pu Erh“ teuer und in Ostfriesland rührt man nicht im Tee – beim „Teetied“-Seminar des Hafenmuseums kann man im Europahafen schnuppern, staunen und kosten.

In riesigen Big-Packs von mehreren hundert Kilo türmt sich der Tee in Schuppen 6 des Europahafens. Kulturwissenschaftlerin Christine Glenewinkel machte jetzt mit Pressevertretern einen Probelauf des Teeseminars „Teetied“. Es war eine Reise durch die Welt des Tees und durch das Lager der Berthold Vollers GmbH. Bei dem Bremer Logistiker lagern bis zu 4 500 Tonnen Tee. Reine Sorten aus aller Welt werden an der Weser im Auftrag der Importeure und Großhändler gereinigt, gemischt und aromatisiert. In Schuppen 6 werden die Rezepturen für Fachhandel und Discounter umgesetzt.

Während im fernen China der Tee bereits 2737 vor Christus als Getränk entdeckt wurde, so erzählt es Glenewinkel, fand er seinen Weg über Holland erst mehr als 4 000 Jahre später nach Europa. 1673 soll die erste Tasse Tee im Bremer Schütting ausgeschenkt worden sein. Seit 1792, so Glenewinkel, importiert die Firma „H. G. Schütte“ Tee, seit 1792 auch die Firma „Paul Schrader“. Arend Vollers, der deutsche „Tee-Papst“, war länger als ein halbes Jahrhundert Geschäftsführer bei Paul Schrader.

Während Glenewinkel in die Geheimnisse des Tees einweiht, führt der Rundgang durch das Lager mit Aromakonzentraten, den Mischraum und den Probenraum über den Lagerhallen. Dort darf an exotischen reinen Teesorten geschnuppert werden. Bei der Gelegenheit weiht Glenewinkel in Rituale der Teezeremonie ein, die von Land zu Land ganz unterschiedlich sind.

Fast vor Bremens Haustür leben die Spitzenreiter des Teekonsums, die Ostfriesen. Sie sind den Blättern der Teepflanze Camellia Sinensis verfallen und trinken mit 300 Litern pro Jahr und Kopf noch einmal gut 100 Liter mehr Tee als die Briten. Auch die Friesen pflegen Regeln beim Teegenuss So wird dort der Tee mit Sahne-Wölkchen und Kandisboden niemals gerührt, ein höflicher Gast genießt mindestens drei Tassen, und hat er genug, legt er als Zeichen den kleinen Löffel in seine leere Tasse. Noch deutlich komplizierter sieht eine Teezeremonie in Japan aus. Um dort Zeremonienmeister zu werden, braucht es zehn Jahre.

Wer erfahren will, wie man auch abends noch schwarzen Tee schlürfen kann, ohne nachts wachzuliegen, was Tee und Kölnisch Wasser gemeinsam haben oder was es mit „First Flush“, „Fannings“ und „Flugtee“ auf sich hat, der kann ein „Teetied“-Seminar buchen. Teeproben und eine Tasse Tee nach friesischer Zeremonie runden das Programm ab. Führungen gibt es jeweils Sonntag, 24. April, 5. Juni, 21. August, 25. September und 16. Oktober um 15 Uhr. Gruppen bis 25 Personen können jederzeit auf Anfrage buchen. Die rund anderthalb Stunden kosten 15 Euro. Anmeldung unter 0421/303 82 79. Treffpunkt: Schuppen 6 auf dem Vollers-Gelände (Hoerneckestraße).

www.hafenmuseum-speicherelf.de

www.vollers.com

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