35 000 Bürger beteiligen sich im Internet an Forum zum Thema Verkehr

Unerfüllte Wünsche

Der Stern-Kreisel in der Nähe der Stadthalle ist ein neuralgischer Verkehrspunkt in Bremen. Bei einem Forum im Internet zum Thema Verkehr beklagten die Teilnehmer Konflikte zwischen Auto-, Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahn. · Foto. Bahlo
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Der Stern-Kreisel in der Nähe der Stadthalle ist ein neuralgischer Verkehrspunkt in Bremen. Bei einem Forum im Internet zum Thema Verkehr beklagten die Teilnehmer Konflikte zwischen Auto-, Radfahrern, Fußgängern und Straßenbahn. · Foto. Bahlo

Bremen - Mehr als 35.000 Bürger haben sich über drei Monate im Internet an einem Forum über die Zukunft des Verkehrs in Bremen beteiligt. Bau- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) stellte die Auswertung der Umfrage gestern vor.

Die Nutzer machten mehr als 4 000 unterschiedliche Angaben darüber, was sie stört, was sie anders haben möchten und was ihnen gefällt. 127 971 Seitenaufrufe, 35 455 Besucher, 9 567 Kommentare 4 241 Meldungen und 106 055 Bewertungen von Beiträgen anderer: Der Online-Dialog zum Verkehrsentwicklungsplan hat laut Lohse sehr große Resonanz gefunden. Einzelne Meldungen hatten seinen Angaben nach bis zu 60 Kommentare.

„Man kann deutlich erkennen: Die Bremer sind sehr interessiert und engagiert in Sachen Verkehr und kennen sich in ihrer Stadt gut aus“, sagte der Senator gestern zum Erfolg des Online-Angebots seiner Behörde. Die Bremer hatten sich erstmals derart umfangreich an der Verkehrsplanung beteiligen können.

Die meisten Meldungen (1 786) wurden zum Thema Auto und Lkw abgegeben, dicht gefolgt von Rad und Fuß (1 533) sowie Bus und Bahn (670). Auffällig sei, dass häufig sehr gegensätzliche und nicht vereinbare Positionen vertreten werden, sagte Lohse. Hier machten sich die Interessengegensätze zwischen den Nutzern unterschiedlicher Verkehrsmittel bemerkbar. „Die Verkehrsplanung muss die Interessen vernünftig ausgleichen und dabei das Gesamtinteresse im Blick haben. Das heißt aber auch, dass sie nicht jedem seine Wünsche zu 100 Prozent erfüllen kann“, kommentierte er. Die größten Probleme gebe es immer dort, wo viele Verkehrsteilnehmer aufeinandertreffen, sagte Lohse. Beispielsweise am Stern-Kreisel in der Nähe der Stadthalle, Hier begegnen sich nicht nur Autos, Radfahrer und Fußgänger, nein, hier fährt auch noch die Straßenbahn quer durch den Verkehr – für viele ein unglaublicher Zustand. Seit Jahren ist der Stern ein neuralgischer Punkt. Hier beklagten die Bürger Verkehrskonflikte zwischen den verschiedenen Gruppen. Zu den vieldiskutierten Punkten gehört das Tempolimit auf der Richard-Boljahn-Alle in der Vahr, das der frühere Bausenator Reinhard Loske (Grüne) eingeführt hatte. Die Autofahrer, so Lohse, wollen hier gerne wieder 70 km/h fahren, Anwohner und Fußgänger bevorzugen Tempo 50.

Es gab auch ungewöhnliche Vorschläge, erzählte Lohse schmunzelnd. So regte jemand ein Hupverbot in Wohnstraßen, ein anderer die Abschaffung aller Straßenbahnen in Bremen an, Vorschläge, die nicht auf Begeisterung stießen.

Anhand von zugewiesenen Schlagworten wurden in der Auswertung Themenkarten erstellt, die die Verteilung verkehrsrelevanter Aspekte im Stadtgebiet darstellen. So zeigen sie zum Beispiel die Orte, an denen die Bürger gefühlt am häufigsten im Stau stehen oder sich über schlechte Radwege ärgern. Bei kleineren Mängeln bemühe sich das Ressort, sie umgehend zu beseitigen. Bei anderen Problemen müssten Deichverband oder BSAG hinzugezogen werden, sagte Lohse.

Die Auswertung soll nun in der Bürgerschaft debattiert werden. Der Verkehrsentwicklungsplan soll 2014 fertig sein. · gn

http://www.bremenbewegen.de

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