200 Starter beim „Brompton-Rennen“

Understatement auf zwei Rädern

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In die Pedale getreten: Mehr als 200 Teilnehmer starteten gestern beim „Brompton- Rennen“ rund um die Wallanlagen.

Bremen - Von Steffen Koller. Die Waden schmerzen, die Lunge brennt: Bei der zweiten Auflage des „Brompton-Rennens“ rund um die Wallanlagen sind gestern mehr als 200 Teilnehmer an den Start gegangen. Und wer dachte, nur weil so ein Klapprad klein ist, müsse es auch langsam sein, der irrte. In typisch britischem Dresscode flitzten die Frauen und Männer mit zum Teil beachtlichem Tempo über den Asphalt.

Fein aufgereiht stehen die Teilnehmer an der Startlinie, ganz britisch mit Anzug und Schlips warten sie auf das Zeichen, um sich auf ihre Mini-Drahtesel zu schwingen. Die Zuschauer zählen laut von zehn abwärts, dann geht sie los, die wilde Fahrt auf der 2,3 Kilometer langen Strecke, die es ab jetzt gilt, sechsman zu befahren.

Doch bevor die kleinen Flitzer, die auf der leicht abschüssigen Piste beachtliches Tempo aufnehmen, sich in Bewegung setzen, heißt es, die „Bromptons“ erstmal aufzuklappen. Jeder Handgriff muss sitzen, um die ursprünglich aus England stammenden Räder fahrbereit zu machen.

Nach 50 Metern folgt die erste Kurve, schon hier wird einem bewusst: Das ist nicht nur eine Spaßveranstaltung. Männer mit Sakko und Frauen mit wallenden Kleidern brettern im Rennmodus in die Abbiegung, dann geht es bergab in die Wallanlagen und wieder rauf auf die Straße Am Wall. Und weil Petrus wohl heute Brite ist, hat er typisch englisches Wetter mitgebracht, was den Startern einiges abverlangt. Die Straßen werden schmierig wie Seife, was auch die Fahrer nicht unkommentiert lassen: „Es gab einige Stellen, da musstest Du höllisch aufpassen.“

Mit roten Köpfen und schweißnassen Klamotten kommen letztlich doch alle heil ins Ziel. Als erster sieht Ralf Hartmer aus Hamburg die karierte Flagge, die schnellste Frau ist Jill Cheney aus Stuttgart. Und dass so ein Rennen ordentlich in die Knochen geht, sieht man den Fahrern an. Manche stützen die Hände auf die Knie und atmen schwer, andere schnappen sich sofort ein Wasser. Und den Applaus von mehreren hundert Besuchern haben sich am Ende alle redlich verdient.

Trotz des leichten Nieselregens und des Verbots der „Bremen-Challenge“ durch das Verwaltungsgericht haben auch die Teilnehmer neben der Strecke ordentlich Spaß. Uwe (45) aus Bremen sagt: „Es ist witzig, was die Leute sich so einfallen lassen. Wie die rumfahren, echt cool.“

Und weil die meisten der Starter wohl nicht genug bekommen können von ihren kleinen Flitzern, geht’s abschließend im Konvoi zurück zum Dorint Park Hotel im Bürgerpark.

Dort lassen sich alle Teilnehmer und besonders die Sieger noch einmal richtig feiern und tanken Kraft für den Heimweg. Im nächsten Jahr wollen sie wiederkommen, weil es „einfach geil“ sei, so Maren aus Hamburg, die zum ersten, aber wahrscheinlich nicht zum letzten Mal dabei war.

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