Staatsanwaltschaft setzt Belohnung aus

Lkw-Brand: Versuchte Tötung

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Bei einem Anschlag auf einem Firmengelände ging dieser Lkw in Flammen auf. In einem Lastwagen daneben schlief ein Fahrer, der den Flammen gerade noch entkommen konnte. Die Polizei ermittelt nun wegen versuchter Tötung.

Bremen - In der Nacht zum 27. Dezember ging auf einem Firmengelände im Industriehafen in Gröpelingen ein Lkw in Flammen auf – in einem Lastwagen nebenan schlief ein Lkw-Fahrer. Sein Glück: Er wachte auf und konnte sich gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Ermittler stufen den Anschlag als versuchtes Tötungsdelikt ein. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt für Hinweise eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt.

Es war gegen 2.30 Uhr am 27. Dezember, als Unbekannte auf einem Firmengelände in der Straße Beim Industriehafen den Lkw in Brand setzten. In einem Lastwagen nebenan schlief zur Tatzeit der Fahrer in seiner Kabine, weil er früh am Morgen mit seiner Tour beginnen wollte. Der Mann, so die Polizei, erwachte durch Geräusche und bemerkte, dass das Fahrzeug neben ihm in Flammen stand. 

Polizeisprecher Nils Matthiesen: „Dem Fahrer gelang es geistesgegenwärtig, seinen Laster aus dem Gefahrenbereich zu fahren. Auch der ausgebrannte Lkw verfügte über eine Schlafkabine.“ Soll heißen: Auch hier hätte zum Zeitpunkt des Anschlags durchaus ein Mensch schlafen können. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet.

AfD-Nähe als Begründung

Nach ersten Ermittlungen galt die Aktion dem Eigentümer und Vermieter des Geländes, wie Matthiesen am Freitag sagte. Seinen Angaben zufolge erlaubte der Unternehmer im September 2017 dem Landesverband der AfD, ein Wahlkampffahrzeug, das für Auftritte im Zusammenhang mit der Bundestagswahl genutzt wurde, für einige Wochen über Nacht auf dem Betriebsgelände abzustellen. 

Das nannten die unbekannten Täter als Grund, für den Brandanschlag. In einem Bekennerschreiben rechtfertigten die Verantwortlichen ihren Angriff, bei dem nach Angaben der Polizei durchaus Menschen hätten zu Schaden kommen können. Matthiesen: „Die Täter unterstellten der Familie des Firmeninhabers eine Nähe zur AfD und bezeichneten die Mitarbeiter als NPD-Mitglieder.“ Der durch den Brand vernichtete Lkw und der Sattelzug mit dem schlafenden Fahrer neben waren baugleich, heißt es.

3.000 Euro Belohnung

Die Staatsanwaltschaft beurteilt die Gesamtsituation nach Auswertung der ersten Ermittlungen als versuchtes Tötungsdelikt. „Der oder die Täter hätten damit rechnen müssen, dass sich in einem der Lkw eine Person befindet“, sagte ein Sprecher am Freitag. Trotzdem sei vorsätzlich der Brand gelegt und dadurch eine Gefahr für Leib oder Leben eines Menschen in Kauf genommen worden. 

Die Ermittler hoffen nun, dass Zeugen Wichtiges beobachtet haben. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro ausgesetzt. Kontakt unter Telefon: 0421/362-3888.

 gn

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