Umsteigen in Echtzeit

Die Bremer Straßenbahn AG testet neues Infotainment-System

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Das neue Infotainment-System der Bremer Straßenbahn AG hat am Freitag seine Premiere in einem Zug der Linie 6 gefeiert. Auf den linken Monitoren gibt es Anschluss-, Umstiegs- und Verkehrs-Infos. Rechts läuft gegenwärtig noch Eigenwerbung.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. In Bussen und Bahnen kommen ja zuweilen Fragen auf. Viele Fragen. Kann ich an der nächsten Haltestellen umsteigen? Bekomme ich den Bus an der Domsheide noch? Gibt es irgendwelche verkehrsbedingten Verzögerungen? Antworten auf Fragen wie diese soll es in Zukunft in Bussen und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) noch schneller und sozusagen zielgenauer geben – mit einem neuen Infotainment-System. Am Freitag begann der Testbetrieb.

Das große Ziel ist das Jahr 2019. Dann kommen die richtig schicken neuen Niederflurbahnen, 67 Stück insgesamt. Fahrzeuge der Baureihe „Avenio“, geliefert vom Siemens-Konzern. Zum neuen Komfort und Service soll dann auch ein Infotainment-System gehören. Informationen in Echtzeit, GPS-gesteuert. Damit das ab 2019 alles prima klappt, hat sich die BSAG entschlossen, schon mal einen Infotainment-Testlauf zu machen, um Erfahrungen mit der Technik zu sammeln.

Es ist der Zug mit der Nummer 3119, der meist auf der Linie 6 (Flughafen – Technologiepark und zurück) eingesetzt wird, manchmal aber auch beispielsweise auf der Linie 4. In jedem der drei Fahrzeugteile wurden jeweils zwei Doppelmonitore installiert – zwölf Bildschirme sind es also insgesamt.

Umsteigemöglichkeiten an ausgewählten Knotenpunkten in Echtzeit, dazu die gegenwärtigen Wartezeiten und die Haltestellen, die als nächstes angefahren werden – Informationen wie diese finden die Fahrgäste jeweils auf dem linken Bildschirm. Der ist praktisch für den Bereich „Info“ zuständig. Für Dinge, die in früheren Zeiten zuweilen der Schaffner wusste – manchmal aber auch nicht. . .

Das „Entertainment“, wenn man so will, ist daneben auf dem rechten Bildschirm zu sehen. Jetzt, im Testbetrieb, sind das noch Infos über Angebote der BSAG.

Werbung ist nicht geplant

Es ist aber auch geplant, hier Werbung laufen zu lassen, so Katrin Weingarten, bei der BSAG für Marketing und Vertrieb zuständig. Sogar an linienbezogene Werbung wird gedacht – so kleinteilig kann die Sache werden. Einen Partner für regionale Nachrichten und Wetter-Infos sucht die BSAG noch – Gespräche dazu würden bereits laufen, heißt es.

Für die linke Hälfte der Doppelbildschirme soll in Zukunft auch noch ein Live-Ticker für Störungen in Betrieb gehen. Der ist gerade im Bremer Straßenverkehr auch wirklich gut zu gebrauchen. Zu den weiteren Zielen gehört, die Regionalbusse des Verkehrsverbunds Bremen-Niedersachsen (VBN) in das neue BSAG-Infotainment-System zu integrieren.

Der Testlauf dient nun unter anderem der Feinjustierung des Systems. Die Einrichtung der Technik in der Pilot-Bahn hat nach BSAG-Angaben 11 000 Euro gekostet. Es sei der Weg in ein „neues Zeitalter der Fahrgastinformation“, sagte ein BSAG-Sprecher.

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