Mit Sicherheitsabstand

Umsonst gearbeitet: Reisebüros demonstrieren vor Bremer Rathaus

Mit Corona-Sicherheitsabstand und Mundschutz haben am Mittwoch vor dem Bremer Rathaus etwa 50 Inhaber und Mitarbeiter von Reisebüros aus Bremen und „umzu“ demonstriert. Sie fordern angesichts der Corona-Krise Staatshilfen. Foto: KOWALEWSKI

Verstreut, aber eindrucksvoll: Etwa 50 Inhaber und Mitarbeiter von Reisebüros aus Bremen und „umzu“ haben am Mittwochmittag vor dem Bremer Rathaus demonstriert, um auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Mit Hilfe von Markierungen hielten sie den Sicherheitsabstand ein. Sie hatten leere Koffer dabei und Schilder: „Rettet die Reisebüros“. Organisiert durch eine Facebook-Gruppe, fanden Aktionen in rund 40 deutschen Städten statt.

Bremen - Die Reisespezialisten fordern nicht zurückzuzahlende staatliche Zuschüsse, etwa als Notfallfonds für die Tourismuswirtschaft einschließlich Reisebüros. Die meist kleinen Unternehmen fühlen sich von der Politik übersehen. Die Corona-Krise ist für sie eine ökonomische Katastrophe: Reisebüros müssen Provisionen für nicht angetretene Reisen zurückzahlen oder bekommen sie gar nicht erst, obwohl sie ja ihre Arbeit geleistet haben. Geld für Umbuchungen, Stornierungen und Rücküberweisungen? Fehlanzeige! Eine existenzbedrohende Belastung, sagen die Reisebüro-Inhaber. „Das macht die Arbeit des vergangenen halben Jahres zunichte“, sagt Dietmar Fisser (47), Geschäftsführer des Alltours-Reisecenter in Lohne. „Wir haben vorher umsonst gearbeitet und arbeiten jetzt umsonst.“

Matthias Preusche (51) ist Geschäftsführer beim „Reisetreff“ in Bremen, einem Spezialisten für Kreuzfahrten. Da lägen die Buchungen schon zwölf bis 18 Monate zurück, sagt er. Auch diese Arbeit bringe nun kein Geld. „Das gibt es in keiner anderen Branche.“ Für Preusche laufen die Fixkosten weiter, etwa für Miete, aber auch für Reservierungsprogramme, die mit bis zu 500 Euro pro Monat zu Buche schlügen. 100 Prozent Kurzarbeit für die 14 Angestellten sei nicht möglich, da die eingehenden Anfragen bearbeitet werden müssten. Die staatliche Hilfe habe trotz Kurzarbeit nicht einmal für den ersten Monat gereicht. Seine Prognose, wie es weitergeht: „Es werden erst wieder Reisen in Deutschland erlaubt, dann in Europa, dann weltweit, Kreuzfahrten kommen als letztes.“

Yvonne Hermann (43), Büroleiterin beim Reisebüro Gerlach in Weyhe, sagt: „Wir gucken bereits aufs Inland und auch auf Österreich, Holland und Frankreich.“ Sie sieht aber keine Chance, das Geschäftsjahr so zu bereinigen. Die Demonstranten wollen wiederkommen, anvisiert ist der 5. Mai.

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