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Bremen: Hafenumschlag über Vor-Corona-Niveau

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Von: Jörg Esser

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Containerschiffe liegen an der Stromkaje in Bremerhaven.
Häfen im Plus: Der Umschlag an der Stromkaje in Bremerhaven ( © Bremenports / Scheer

In den Häfen in Bremen und Bremerhaven sind 2021 mehr Waren und Güter über die Kaikanten gegangen als im Vor-Corona-Jahr 2019. Die Häfensenatorin präsentierte die Zahlen.

Bremen – Die Bremischen Häfen seien „das Rückgrat der bremischen Wirtschaft“ und „ein Motor für die Wirtschaft auch in Süddeutschland“. Das betonte Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz der Bremischen Häfen im Rathaus.

Trotzdem müsse und werde das Land weiter investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit der Häfen zu verbessern. Dafür wird eine Kooperation mit Hamburg angestrebt, um gegen Rotterdam und Antwerpen bestehen zu können. Konkrete Ergebnisse gibt es noch nicht. „Die Gespräche laufen“, sagte Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender der BLG Logistics. „Wir wollen eine Kooperation, aber nur auf Augenhöhe.“ Mit gleichen Anteilen, 50 zu 50. „Ein Unternehmenssitz muss in Bremen bleiben“, ergänzte die Senatorin.

Zu den Zahlen: Die Häfen in Bremen und Bremerhaven haben die corona-bedingten Umschlagrückgänge des Jahres 2020 in fast allen Bereichen aufgeholt. „Die Zahlen sind gar nicht so schlecht“, sagte Schilling. So wurden dem vorläufigen Ergebnis zufolge an den Kajen und Terminals der Häfen im kleinsten Bundesland 69,7 Millionen Tonnen Waren und Güter umgeschlagen, was einem Plus vom 4,8 Prozent gegenüber 2020 (66,5 Millionen Tonnen) und einer eine Zunahme um 300 000 Tonnen im Vergleich zu 2019 entspricht. Die Hafenanlagen in Bremen-Stadt waren mit 12,9 Millionen Tonnen (plus 23,6 Prozent) und Bremerhaven mit 56,8 Millionen Tonnen (plus 1,3 Prozent) am Ergebnis beteiligt, hieß es.

Sprunghafter Anstieg beim Massengut

Die stadtbremischen Häfen profitierten vor allem vom deutlichen Umschlagsanstieg beim Massengut (Mineralölprodukte, Kohle, Getreide und Futtermittel) auf 9,7  Millionen Tonnen (plus 12,5 Prozent) und beim Stückgut, das nicht in Containern transportiert wird (Rohre, Industrieanlagen) auf 8,5 Millionen Tonnen (plus 23,2 Prozent).

Der Containerumschlag, der nahezu komplett über Bremerhaven läuft, legte in der Menge um 1,1 Prozent auf 51,6 Millionen Tonnen leicht zu. In Standardcontainern (TEU) gerechnet, fiel mit 5,2 Prozent Zuwachs auf mehr als fünf Millionen TEU deutlicher aus. Bleibt der Fahrzeugumschlag über das Bremerhavener BLG-Autoterminal. Der stagniert bei etwas mehr als 1,7 Millionen Fahrzeugen (minus 0,8 Prozent), sagte Dreeke. 2019, vor Corona, lag er bei 2,166 Millionen Fahrzeugen.

Autoumschlag stagniert auf 2020er-Wert

Die BLG erwartet ein „gutes Ergebnis für 2021“. Konkrete Zahlen nannte Dreeke nicht. „Die Wirtschaftsprüfer sind noch im Jahresabschluss.“ Das weltweit operierende Umschlagunternehmen, das rund 20 000 Mitarbeiter beschäftigt (davon 8 000 in Bremen und Bremerhaven) legt seine Bilanz im April vor. Fürs Containergeschäft geht Dreeke von „sehr positiven Ergebnissen“ aus. So werden unter anderem durch die „völlig außer Takt geratenen globalen Lieferketten“ derzeit mehr Container in den Häfen gelagert. „Dadurch erzielen wir höhere Lagergelderlöse.“ 2022 soll zudem die Eigenkapitalquote der BLG „wieder zweistellig“ sein.

407 Mitarbeiter beschäftigt das Hafenmanagementunternehmen Bremenports, das laut Geschäftsführer Robert Howe 2021 ein Umsatzplus von rund 25 Prozent erwirtschaftet. Dazu beigetragen habe die eigene Baggerei. So sei die gebaggerte Menge durch Großprojekte wie der Ausbaggerung des Vegesacker Hafens auf mehr als 500 000 Kubikmeter verdoppelt worden.

Bremenports will Flotte modernisieren

Räumlicher Schwerpunkt der Hafenentwicklung war laut Howe im Jahr 2021 die Columbusinsel in Bremerhaven. Dort seien der Neubau der Kaje 66 an der Einfahrt zur Nordschleuse im Zeitplan und im Kostenrahmen (17,7 Millionen Euro) fertiggestellt und der Neubau der 800 Meter langen Columbuskaje begonnen worden.

Auch 2022 habe Bremenports eine „lange und vielfältige Projektliste“. Zu den Zukunftsaufgaben gehört auch die Modernisierung der eigenen Flotte. Und die umfasst derzeit 20 Arbeitsschiffe.

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