„Um'n Pudding“ mit Peter Strotmann in Schwachhausen

Mit Blick auf schöne Details

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Für Peter Strotmann die schönste Ecke Schwachhausens: der Benque-Platz (r.) an der Wachmannstraße.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Die prächtigen Villen des Parkviertels und aufwendig gestaltete Reihenhäuser prägen Schwachhausen. Wo heute oft drei Parteien wohnen, wohnte früher eine Familie mit Personal. Schwachhausen verjüngt sich und die Einwohnerzahl ist gestiegen. Mit Peter Strotmann gehen wir dort „Um‘n Pudding.

Zum Stadtteil Schwachhausen zählen sieben Ortsteile. Der „Barkhof“ liegt zwischen Hauptbahnhof und Stern. Stadtauswärts folgen, zwischen Schwachhauser Heerstraße und Park, „Schwachhausen“ und „Bürgerpark“. Hinterm Schwachhauser Ring beginnt „Neu-Schwachhausen“, das auch den nördlichen Teil des Bürgerparks und den Stadtwald umfasst. In Neu-Schwachhausen gibt es viele Straßen mit Mehrfamilienhäusern und Beamtenwohnungen. Hinter dem Gräfin-Emma-Platz beginnt „Riensberg“. Südlich der Schwachhauser Heerstraße liegen die Ortsteile „Gete“ im Westen und „Radio Bremen“ im Osten.

In frühen Jahren des Stadtteils gab es keine Kneipe, keine Kirche und auch keinen Platz, erzählt Strotmann; Getränke seien direkt aus dem Ratskeller geordert worden. 1962 zog Strotmann mit seinen Eltern aus der Neustadt zum Barkhof. Für ihn ist die schönste Ecke Schwachhausens der Benqueplatz an der Wachmannstraße. Am Benqueplatz sitzt Strotmann am liebsten auf der Baumstammbank neben einer geschnitzten Figur mit Gans. Von da aus schaut man direkt auf die Villa des Bremer Kaufmanns und Kaffeerösters Carl Ronning. „Die Anwohner haben dafür gekämpft, dass die Straßenmündung zu einem Platz wird, an dem auch ein Wochenmarkt stattfindet“, sagt Strotmann.

Die großen Kaufmannshäuser und Altbremer Reihenhäuser finden sich vor allem in Schwachhausen, Riensberg und Barkhof. Typisch für das Altbremer Haus sind die mehr als vier Meter hohen Decken mit Stuck, ein Souterrain mit Küche, WC und Garten, große Grundstücke und der höher gelegene Eingang zur Straße. Nach hinten bilden die Gärten regelrechte Parks mit riesigen alten Bäumen. Strotmann, der auch archivarisch tätig ist, weiß, dass die Häuser im Inneren häufig schöne und originelle Details verbergen. So habe ein Reeder seine Wetterfahne so konstruiert, dass er drinnen sah, von wo der Wind wehte. Die verlängerte Stange der Wetterfahne endete im Hausinneren auf einer aufgemalten Windrose mit den Himmelsrichtungen, erzählt Strotmann.

Eine ganze Reihe der Häuser sei bereits in den 1930er Jahren für mehrere Parteien umgebaut worden, sagt Strotmann, andere wurden später hinter der restaurierten Fassade verändert. Immer mehr Familien zogen dort ein, wo vorher alleinstehende Witwen wohnten. So verdoppelte bis verdreifachte sich die Anzahl der Einwohner. Mittlerweile hat Schwachhausen viele kleine Zentren. Um alle Ortsteile einmal zu vereinen, könnte sich der Hobby-Archivar für ein großes Fest an der Schwachhauser Heerstraße begeistern – mit Riesenrad und Jahrmarkt.

Mit wem Strotmann gerne einmal um‘n Pudding ginge? „Mit dem altehrwürdigen Roland. Ihm würde ich Straßen und Häuser zeigen. Er konnte sich zur Zeit Karls des Großen (vor rund 1200 Jahren; Anm. d. Red.) ja nicht vorstellen, was man so bauen kann – und dass alle Straßen geteert sind.“

Zahlen Schwachhausens:

Gesamtfläche: 875,1 Hektar (ha)

Agrarfläche: 1,8 ha

Erholungsfläche: 274 ha

Gesamtbevölkerung: 38185, Männer: 17543, Frauen: 20642 Durchschnittsalter: 45,6 Jahre

Einwohner pro Hektar: 41,1 Schüler: 3006

Betriebe: 2228

(Quelle: Statistisches Landesamt 2010–14)

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