„Um‘n Pudding“ mit Norbert Schaffer in Osterholz

„Eine geteilte Welt“

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Norbert Schaffer mit einem „Kleinen Roland“ am Osterholzer Ortsamt. Im Hintergrund liegt die Osterholzer Heerstraße und etwas dahinter beginnt die Feldmark.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Norbert Schaffer pachtete 1993 das Gelände des Reitvereins „Schimmelhof“. Mit dem gelernten Kaufmann gehen wir in Osterholz „um‘n Pudding“. Sein Hof an der Osterholzer Feldmark ist eine Institution, die den Stadtteil verbindet. Dort treffen sich Reitschüler, Familien und Schulklassen. Auf der Diele und in der Halle finden viele Feste des Stadtteils statt.

Osterholz ist groß. Dort liegen auch Bremens größter Friedhof mit 80 Hektar, das Einkaufszentrum Weserpark mit mehr als 30 Hektar Gesamtfläche, das Klinikum Bremen-Ost auf elf Hektar, die Osterholzer Feldmark mit rund 250 Hektar und im Norden der Ortsteil Tenever, der mit seinen Hochhäusern auch „Klein-Manhattan“ genannt wird. Im Norden grenzen die zu Osterholz zählenden Ortsteile Blockdiek, Ellenerbrok-Schevemoor und Tenever an die A27 und Oberneuland. Weiter südlich liegen der Ortsteil Ellener Feld, zu dem Friedhof und Krankenhaus gehören, sowie der Ortsteil Osterholz.

Große Teile vom heutigen Osterholz lagen im 15. Jahrhundert im Goh Hollerland. Die Goh genannten Gerichtsbezirke regelten die Verteidigung, Besteuerung und Unterhaltung der Deiche. Das Schevemoor war eine gemeinschaftlich von Osterholzer Siedlern genutzte Weidefläche, eine so genannte „Allmende“. Über die Jahrhunderte gerieten die freien Osterholzer Bauern in Abhängigkeit von adligen Grundherren.

Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen sie wieder Einfluss in Osterholz. Im Nachbardorf Ellen entstand im 19. Jahrhundert die „Familienlandpflege“ von Patienten. Ein Asyl für Geistes- und Nervenkranke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Auf 14Hektar entstand ein eigener kleiner Ort mit Park und vielen villenartigen Einzelgebäuden, die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen. 1977 wurde auf diesem Areal das neue Krankenhaus Bremen-Ost als Großklinikum eröffnet.

„Osterholz ist eine geteilte Welt“, sagt Schaffer, „wie will man Tenever und das dörfliche Leben am Rande der Feldmark vergleichen?“ Als Schaffer klein war, gab es im Norden des Stadtteils „nichts außer Land und Feldwegen“, und wo heute der Weserpark steht, sei ein großes Moorgebiet gewesen. „Da musste man aufpassen, dass man nicht vom Weg abkam, sonst wäre man versunken“, erinnert er sich. Schaffers Lieblingsort ist bis heute die Feldmark, wo er in seiner Kindheit viel Zeit verbrachte und den Bauern half. Zu dieser Zeit, in den 60ern, schuf die Stadt in Blockdiek, Osterholz, Ellenerbrok und Tenever im großen Stil neuen Wohnraum. Im Laufe der Jahrzehnte entstanden hier soziale Brennpunkte. Es wird daran gearbeitet, die Folgen der früheren Ghettobildung auszugleichen. Die Hochhäuser Tenevers wurden saniert und kulturelle Projekte initiiert. „In den jüngeren Ortsteilen entwickelt sich viel“, erzählt Schaffer. Die Menschen organisierten sich, Vereine entstehen und die damals frisch gepflanzten Bäume seien heute groß. Auch wenn die Kinder aus Tenever zum Schulsport auf dem „Schimmelhof“ kommen und dort auf die ländlich geprägten, bodenständigen Alt-Osterholzer treffen, verbinde das. Für die Zukunft wünscht sich Schaffer, dass auch in diesen Vierteln die Verbundenheit mit dem Stadtteil wächst. Er wünscht sich für Osterholz ein großes Dorfgemeinschaftsfest mit Basar auf seinem Hof. Er lacht: „Irgendwie ist das hier eben auch ein Gemeinschaftszentrum.“

Mit wem Schaffer gerne einmal um‘n Pudding gehen würde? „Mit Paul Schockemöhle“, sagt der Pferdemann. Den früheren Star der Springreiterei aus Luhmühlen würde er mit ins Grüne nehmen, um auf die Schönheit der Osterholzer Feldmark aufmerksam zu machen.

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