„Um‘n Pudding“ mit Jürgen Drewes in Oberneuland

Deich hinter Villen

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Am Hollerdeich liegt Jürgen Drewes’ Hof. In Oberneuland wohnt man ruhig und gediegen.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Ich finde, wir sind hier eine große Familie“, sagt Jürgen Drewes. Mit dem Landwirt vom Hollerdeich gehen wir in Oberneuland „um‘n Pudding“. 2013 wurde Oberneuland vom Ortsteil zum Stadtteil.

Das alte, dörflich geprägte Oberneuland zieht sich an der Ostgrenze Bremens zwischen Borgfeld und Osterholz an Wümme und Wümme-Südarm entlang. Im Westen grenzt Oberneuland an Horn und die Vahr.

Entlang der Oberneulander Landstraße wurden vor mehr als 100 Jahren prächtige Landgüter auf großzügigen Grundstücken gebaut. Deren uralte Baumbestände prägen den Stadtteil heute ebenso wie Villen und oft stattliche Einfamilienhäuser. „Trotz vieler Neubürger kennen sich die meisten Oberneulander untereinander“, sagt Drewes. Man sei auf „Du“, und neben Dorftratsch gebe es dadurch auch immer Hilfe, selbst wenn es um drei Ecken ist. Auch Zugezogene, die den Kontakt suchen, würden freundlich aufgenommen. Die Gemeinschaft und dass der Stadtteil so schön ruhig ist, gefällt Drewes: „Wenn man abends mit dem Rad in den Ort fährt, dann strahlt er mit seinen alten Bäumen und dem Vogelgezwitscher eine große Ruhe aus.“

Wie auch andere Ortsteile Bremens, die an Wümme, Weser oder Ochtum liegen, unterstanden die Dörfer Rockwinkel und Oberneuland im 12. Jahrhundert dem Goh Hollerland, das mit einem eigenen Goh-Gericht das Leben an den Deichen regelte. Von der Gerichtsstätte des Gohs zeugt heute noch der Rockwinkeler Straßenname „Uppe Angst“. Die ersten Siedler hatten meist holländische Wurzeln. Sie wussten, wie man das sumpfige Marschland bewohn- und nutzbar machte. 1888 wurden die bremischen Landgemeinden Oberneuland und Rockwinkel vereinigt. Anfang des 20. Jahrhunderts tauschte Bremen mit den Preußen seine Landgemeinden Oberneuland-Rockwinkel und Borgfeld gegen Flächen für den Ausbau der Häfen in Bremerhaven. 1921 wurden die ersten Teile der Landgemeinde Oberneuland-Rockwinkel in Bremen eingemeindet, Ende 1945 wurde der gesamte Ortsteil stadtbremisches Gebiet.

Von den vergangenen Jahrhunderten zeugen unter anderem die Backsteinkirche St. Johann im neugotischen Stil und eine Holländerwindmühle. Außerdem veranstaltete Oberneuland 1846 das erste Bremer Schützenfest und hatte bis zum vergangenen Jahr mit „Meyer am Boom“ Bremens älteste Gaststätte. Im mehr als 200 Jahre alten Lür-Kropp-Hof treffen sich die Menschen zum Feiern und Heiraten. Viele Landgüter und Parks liegen an der Oberneulander Landstraße, dazu zählen Höpkens Ruh, Heinekens Park, Muhles Park, Ichons Park, Park Gut Hodenberg und Hasses Park. Deutlich jünger sind Achterdiekpark, Achterdieksee und der Golfplatz unweit der A 27.

Oberneuland ist derzeit im Wandel. Die eigentlich als „Büropark“ geplante Fläche gegenüber dem Achterdieksee soll zum „Wohnpark“ werden – und an den Bahnübergängen werden Tunnel gebaut. Am Deich wird es vor allem an Sommerwochenenden eng: Dann drängeln sich Freizeitsportler und die Landwirte mit ihren Maschinen. „In Oberneuland ist genug los“, meint Drewes. Für mehr Feste und Veranstaltungen bekäme man gar keine Termine mehr frei, sagt er und lacht. Ein jährlicher Höhepunkt ist die Kürbiswette, bei der das größte Gemüse gewinnt.

Mit wem Drewes gerne einmal „um ‘n Pudding“ gehen würde? „Ich weiß nicht“, sagt er, „Politiker und Prominente haben wir hier ja schon genug...“ Einig sind sich aber Frau und Tochter: „Mit Dieter Bohlen musst du ‚um‘n Pudding‘!“ – „Ja, weil er immer so klare Ansagen macht“, stimmt Jürgen Drewes zu, „nur manchmal übertreibt er es.“ Mit Bohlen ginge es aber nicht über den Deich. „Da müssen wir in den Ort, damit wir ein bisschen gesehen werden“, sagt Drewes, „und am besten gewinnen wir ihn für die Preisverleihung der Kürbiswette.“

Oberneuland in Zahlen:

Gesamtfläche: 1844,1 Hektar

Agrarfläche: 1012,4 Hektar

Erholungsfläche: 113,2 Hektar

Gesamtbevölkerung: 12 867

Männer: 6174

Frauen: 6693

Durchschnittsalter: 47,5 Jahre

Einwohner pro Hektar: 7,0

Schüler: 1414

Betriebe: 789

(Statistisches Landesamt 2014)

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