„Um‘n Pudding“ mit Dagmar Schütte im Blockland

Perlen an der Wümme

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Dagmar Schütte liebt das Blockland. Im Hintergrund: das Dorfgemeinschaftshaus mit seiner riesigen Tanzdiele.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Das Blockland ist weit, der Himmel, die Landschaft und die Wege. Zwischen Dagmar Schüttes Elternhaus an Niederblockland Nummer 25 und ihrem eigenen Hof an Nummer 3 liegen über vier Kilometer Deichstraße und knapp sechs Kilometer Wümme. Mit Schütte gehen wir im Blockland „um’n Pudding“.

Gut 50 Minuten Fußmarsch trennen Schütte vom Hof ihrer Eltern. Nach vorne liegt der Wümmedeich. Das feuchte Marschland erstreckt sich hinter den Höfen. „Diese einzigartige Landschaft zeichnet das Blockland aus“, sagt Dagmar Schütte, „hier liegen die Häuser wie die Perlen an der Kette.“ Das unter Landschaftsschutz stehende Gebiet wird im Norden von den Mäandern der Wümme begrenzt. Es erstreckt sich weit nach Nordwesten, entlang der Stadtteile Findorff, Walle und Gröpelingen bis Burglesum. Nach Osten grenzt das Blockland an Horn-Lehe und Borgfeld. Am niedersächsischen Nordufer liegen Ritterhude im Westen und Lilienthal im Osten. Von Borgfeld führt der Deich durch Oberund Niederblockland und Wummensiede bis nach Wasserhorst, wo die Wümme in die Lesum mündet.

„Der Name ‚Blockland‘ stammt wohl von der blockähnlichen Aufteilung der Felder durch die Entwässerungsgräben“, erzählt Schütte. Im 12. Jahrhundert kultivierten holländische Siedler die Landschaft mit Gräben, Deichen und Sielen. Die „Hollerkolonisation“ prägt das Blockland bis heute. Zum Schutz vor Hochwasser stehen die Häuser auf Warften. Auf der Höhe von „Gartelmanns Gasthof“ schleusten im 19. Jahrhundert die Torfkähne aus den umliegenden Moorgebieten in die Semkenfahrt. Über diesen Hauptgraben ging es Richtung Torfkanal und Findorff. Damals reichte der Kuhgraben von Kuhsiel entlang der heutigen Parkallee, über Dobben und Sielwall bis an die Weser.

Seit 1945 zählt die Landgemeinde Blockland zu Bremen. Freiwillige Feuerwehr, Landjugend, Gemeinde Wasserhorst und Heimatverein prägen noch heute die Gemeinschaft. Bis 1968 gab es im Blockland eine eigene Schule. Gemeinsam lernten dort Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse. „Die Kindheit hier war geprägt von großer Freiheit“, erzählt die Blockländerin, „ein Schulfreund war damals begeistert von der Tatsache, dass man von jemandem auf dem gleichen Grundstück gerufen werden konnte, ohne es zu hören.“ Rund 20 Höfe würden heute noch voll bewirtschaftet, sagt Schütte, meist sei es Vieh- und Weidewirtschaft. Einige Landwirte pflegen ein zweites Standbein mit Gästezimmern, Hofläden oder Gastronomie, denn bei schönem Wetter tummeln sich auf dem Deich Ausflügler und Freizeitsportler. Der Rundkurs geht beginnt an der Blocklander Hemmstraße, entlang der Kleinen Wümme und vorbei am knapp 50 Meter hohen Berg der Mülldeponie. Ab Dammsiel geht es an der Wümme längs nach Kuhsiel und von dort wieder Richtung Uni. Auf dem Weg liegt das Dorfgemeinschaftshaus, auf das Schütte besonders stolz ist. Es ist Treffpunkt und Veranstaltungszentrum. Am 31. Mai läuft dort das jährliche Kinderfest, zu dem alle eingeladen seien.

Die Blockländer seien norddeutsch-ländlich geprägt: „Kommt man ins Gespräch, sei das sehr persönlich, auch wenn man nach außen hin vielleicht eher zurückhaltend wirkt“. Sie liebt die Landschaft und die alten schönen Häuser. Nerven würden auf dem Deich beizeiten freche Rennradfahrer. Ihnen rät sie, Rücksicht zu üben. Mit wem Schütte gern mal „um ’n Pudding“ gehen würde? – „Mit einem Politiker, um ihm die bäuerliche Landwirtschaft nahe zu bringen. Der Flächenfraß durch vorgeschriebene Ausgleichflächen für Bauprojekte macht den Bauern wachsende Probleme.“

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