„Um‘n Pudding“ mit Christoph Bannert in Vegesack

Wale und Werften

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Christoph Bannert vor dem Walkiefer am „Utkiek“. Dahinter: der Fähranleger und der Stadtgarten am Wasser.

Bremen - Von Ilka Langkowski. An der Vegesacker Weserpromenade genießen Besucher einen weiten Blick und ein großes kulinarisches Angebot. Mit Stadtteil-„Urgestein“ Christoph Bannert gehen wir in Vegesack „um‘n Pudding“ und erfahren mehr über den Stadtteil, in dem die Lesum in die Weser mündet.

Zum Stadtteil Vegesack zählen die Ortsteile Vegesack, Grohn, Schönebeck, Aumund-Hammersbeck und Fähr-Lobbendorf. Sie erstrecken sich zwischen Burglesum im Westen und Blumenthal im Osten. Mit der Fähre gelangt man ans Südufer, ins niedersächsische Lemwerder. In Grohn, das sich ans Nordufer der Lesum schmiegt, liegen die internationale Jacobs-Universität, die Norddeutsche Steingut AG und die frühere Bremer Tauwerkfabrik (BTF). Der Stadtteil ist vom Wasser geprägt. Die „Grohner Düne“ beschreibt allerdings keinen Badestrand, sondern ist der Name einer 16-geschossigen Wohnanlage, die zum sozialen Brennpunkt geworden ist.

Nur wenige Schritte weiter, Richtung Fluss, liegt das Einkaufszentrum „Haven Höövt“. Es grenzt auf der Südseite direkt ans Lesumufer. Beim „Spicarium“ und der „Schulschiff Deutschland“ beginnt die „maritime Meile“. Sie erstreckt sich eine Seemeile nach Westen, entlang des Stadtgartens bis zur „gläsernen Werft“ und dem gleichnamigen Restaurant. Bereits um Fähranleger und Museumshafen finden sich zahlreiche Cafés und Restaurants. Die Bronze eines Walkiefers markiert den „Utkiek“ am Ende der Alten Hafenstraße. Das Original steht im Bürgerhaus. Am anderen Weserufer sieht man mit etwas Glück Megayachten vor den Werften liegen, auf Vegesacker Seite erstreckt sich der Stadtgarten. An seinen Hängen liegen hoch oben prachtvolle Kapitänshäuser und Villen.

Die Geschichte des Stadtteils prägten Schifffahrt, Schiffbau, Fischfang und Fischverarbeitung. In Vegesack ging 1623 der erste künstliche Flusshafen Deutschlands in Betrieb. Im 17. Jahrhundert segelten von hier aus die Walfänger Richtung Grönland. Deutschlands erstes Dampfschiff, „Die Weser“, wurde 1816 in Grohn vom Stapel gelassen. Es gab eine Steuermannsschule, eine preußische Navigationsvorschule und den Vorläufer der heutigen DGzRS, der hier 1863 mit dem „Bremischen Verein zur Rettung Schiffbrüchiger“ gegründet wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beheimatete Vegesack außerdem die größte Heringslogger-Flotte Europas.

Im vergangenen Jahrhundert wurde die Werft Bremer Vulkan der Hauptarbeitgeber der Region. Als sie 1997 nach 104 Jahren Schiffbau in Konkurs ging, verloren zigtausend Menschen Arbeit und Lohn.

„Trotz des herben Schlags mit der Vulkan-Pleite ist hier eine Menge entstanden“, sagt Bannert, „darauf kann man etwas stolz sein.“ Er selbst ist in Vegesack geboren und nach dem Studium in Hamburg wieder zurückgekehrt. Seit drei Generationen lebt die Apothekerfamilie in Vegesack. Früher hatte Bannert eine kleine Wohnung über dem Stadtgarten. „Da konnte man beim ‚Festival Maritim‘ das Feuerwerk vom Balkon aus beobachten.“ Bannert mag seinen Stadtteil. Er wohnt direkt an der quirligen Fußgängerzone in der Innenstadt. Auch kulturell habe sich mit Kito, Kulturbahnhof und Bürgerhaus viel getan. Ein Problem sei noch das „Haven Höövt“, das an Einzelhändlern verliere, und die spärlichen Parkplätze in der City. Am besten nutze man gleich eine der großen Tiefgaragen.

Bannerts Lieblingsplatz in Vegesack ist auf dem Wasser. Vom Ruderboot aus betrachtet er gern die Silhouette der Stadt.

Mit wem Bannert gerne einmal um‘n Pudding gehen würde? „Mit Carsten Sieling, dem angehenden neuen Bürgermeister. Böhrnsen wohnt ja hier in der Ecke, der weiß, wie schön es ist. Sieling muss es noch kennenlernen, wo er so lange in Berlin war. Er soll ja nichts verpassen.“

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