FRAGEN UND ANTWORTEN Messe-Dreierpack in sieben Hallen

Überdachte Abenteuer

Fisch spielt stets eine Hauptrolle bei der Genießermesse „Fisch & Feines“. Foto: RATHKE/MESSE BREMEN

Bremen - Von Jörg Esser. Herbstzeit ist Messezeit. Zwischen Freimarkt und Weihnachtsmärkten sind die Bremer Messehallen jeweils gut belegt. Seit Freitag läuft der erste Dreierpack – mit der Genießermesse „Fisch & Feines“, der Urlaubsmesse „Reiselust“ und der „Caravan“. „In Bremen brechen die Tage für Abenteuerlustige an“, sagt eine Sprecherin der Messegesellschaft. Das Angebot ist abwechslungsreich. Eine Stippvisite mit Fragen und Antworten.

Wie viele Aussteller sind dabei?

In den sieben Hallen sind rund 550 Aussteller präsent. Bei der „Fisch & Feines“ inklusive Craft-Beer-Event sind es mehr als 150. Rund 300  Reisenanbieter, Fluggesellschaften und Hotels präsentieren ihre Dienstleistungen und Produkte in Halle 4 und 5. Unter anderem sind 600 Quadratmeter für Aktivurlaub-Angebote reserviert. Die andere Hälfte der Halle 5 sowie die Hallen 6 und 7 sind mit Wohnwagen, Wohnmobilen, Zelten und Zubehör belegt. Die „Caravan“ mit rund 80 Händlern dehnt sich auf 15 000 Quadratmetern aus.

Wie sind die Laufwege?

Das kommt immer darauf an, wo der geneigte Messebesucher die bunte überdachte Welt betritt. Der Haupteingang ist an der Stadthalle. Kassen gibt es auch an Halle 7 auf der Findorffer Seite der Bürgerweide. Der klassische Weg – geradeaus und durch die Mitte – führt vorbei an zahllosen Obstbrand-, Rum- Schnaps- und Weinprobierständen aus allen möglichen deutschen Regionen durch Nordeuropa, den Harz und Tirol hinein in die hochpreisige Wohnmobil-Welt. Dorthin, wo unter 200 000 Euro kaum noch was läuft. Ohne Extras, versteht sich.

Was gibt es zu sehen?

Jede Menge. Nette Leute, bunte Messestände. Fisch und Fleisch. Beim „Wilden Heinrich“ gibt es beispielsweise „Wild aus freier Wildbahn“. Ein Rumhersteller serviert einen „Schluck Kulturgeschichte“. Außerdem werden auf der „Fisch & Feines“ Austern angeboten, die „nicht so salzig und vollfleischig“ sind. „Unsere Besucher finden nachhaltig und überwiegend handwerklich hergestellte Produkte mit starkem regionalem Bezug“, sagt Andrea Rohde, Bereichsleiterin Fachmessen. „Rückenwind“ preist „Erlebnisreisen mit dem Rad“ an. Mobilbetten und Industrieklebstoffe werden präsentiert. Tänzerinnen von den Seychellen sind immer mal wieder ein Blickfang im Messetreiben. Die Seychellen, ein Archipel aus 115 Inseln im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas, sind Partnerland der „Reiselust“. Neben den traditionellen Tänzen wirbt das „Seychelles Tourist Office“ mit Informationen rund um Kultur und Leute sowie kreolischen Gerichten. Eine Partnerregion hat die Messe auch noch – es ist das „familienfreundliche“ Gebiet um den „Wildkogel“ in den Kitzbüheler Alpen.

Welches ist die Messesprache?

Überwiegend Hochdeutsch. Die Verkaufsgespräche vor allem auf der „Caravan“ sind gut verständlich. Fachpublikum trifft auf Fachpersonal. „Wenn man sich umguckt, sieht man die alten Verdächtigen“, sagt Eric Kastening-Richter von „Wohnwagen Ullrich“ aus Bremen. Aber auch andere Dialekte und Sprachen erklingen im Messevielerlei. Plattdeutsch und Holländisch treffen auf Sächsisch, Schwäbisch auf Bayerisch und Idiome aus der Alpenrepublik Österreich. „Die Leute verstehe ich nicht. Das ist hier ja alles ohne Untertitel“, sagt ein Buten-Bremer. Und dann gibt es noch die Verkaufs- und Werbesprache. Mit kreativen Sprüchen: „Geile Saucen braucht Dein Fleisch“. Oder: „Futter bei die Tische“. Oder: „Korn to be wild.“ Oder es gibt ganz einfach prägnante Hinweise wie „Bier entlang!“

Worüber spricht man oder besser gesagt: Mann mit Frau?

Über dies und das. Ein Lakritzshop erregt Aufmerksamkeit, weil er „Kettenfett“ heißt. Und Hansi Hinterseer („Den Heini kenn ich doch“) wird als lebensgroße Pappfigur zur Stolperfalle. Unter den weiteren Dialogen finden sich Klassiker. So sagt Er (um die 60) zu Ihr (auch nicht jünger) ganz fürsorglich: „Da brauchst Du nicht mehr hinzugucken, da war ich schon.“ Schließlich fragt ein anderer Mann vorsichtig und defensiv: „Wollen wir da nochmal rum?“ Die Gattin antwortet bestimmt: „Nachher, wir gehen jetzt erst was essen.“ Moin. Und tschüss!

Info: Drei Messen, ein Ticket

„Reiselust“, „Fisch & Feines“ und „Caravan“ in der Stadthalle (ÖVB-Arena) und den Messehallen auf der Bürgerweide sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das gemeinsame Ticket kostet zehn Euro. Das Craft-Beer-Event und der Streetfood-Bereich vor Halle 3 haben heute, Sonnabend, von 10 bis 22 Uhr und morgen, Sonntag, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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