Spezialist für Hardware am Körper

„Ubimax“: Informationen immer im virtuellen Blick

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Die Datenbrille mit „xPick“ des Bremer Unternehmens „Ubimax“ im Einsatz bei Samsung.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Wenn Forschung zu Produkten wird, kann auch ein Start-up einen weltweiten Trend anführen. Dem Bremer Unternehmen „Ubimax“ ist das gelungen. Der Mittelständler mit 60 Mitarbeitern, davon 45 in Bremen, ist Weltmarktführer im Bereich der „Wearable Computing und Augmented Reality Lösungen“. Die Firma baut gerade ihre Nord-Amerika-Präsenz aus. Im Januar eröffnet eine neue Niederlassung in Palo Alto, Kalifornien. Ein Firmenbüro gibt es auch schon in Atlanta und eines in Mexiko.

Die Bremer Softwareschmiede schreibt Programme für Hardware, die man am Körper trägt, zumeist sind es spezielle Datenbrillen. Die Programme von „Ubimax“ spielen Arbeitern wichtige Infos und Anleitungen direkt in ihr Sichtfeld. „xPick“ tut dies als Kommissionier-Lösung für den Bereich Lager und Logistik, „xMake“ in der industriellen Fertigung und Qualitätskontrolle. „Bei der Fertigung wird oft zunächst das fertige Teil angezeigt. Danach wird alles Schritt für Schritt erklärt“, sagt Friederike Truthe (28), bei „Ubimax“ im Bereich Marketing tätig.

„xInspect“ ist dagegen ein Assistent für Wartungs-, Service- und Instandsetzungsaufgaben. Im Display erscheint zum Beispiel das Teil, welches zu prüfen ist. „Teilweise sind die Sensordaten der Maschine mit der Anwendung gekoppelt. Ein typisches Beispiel ist, wenn die Temperaturdaten an verschiedenen Stellen einer Maschine abgebildet werden“, sagt Jan Junker (36), bei „Ubimax“ für die weltweite Geschäftsentwicklung zuständig. „Die Programme begleiten Schritt für Schritt den gesamten Workflow.“

Experten nur einen Anruf entfernt

„xAssist“ wird gerne in eine der anderen Anwendungen integriert. Der „Remote-Support“ verbindet den Träger der Datenbrille mit einem Fachmann an ganz anderer Stelle. „Wenn der Arbeiter bei einem Arbeitsablauf mit zehn Schritten bei Schritt sechs hängenbleibt und die dargebotene Information nicht ausreicht, kann er einen Experten anrufen. Der sieht dann genau das, was der Arbeiter im Sichtfeld hat“, sagt Junker. 

Hierfür seien die Brillen mit einer entsprechenden Kamera, Mikrofonen und Lautsprechern ausgestattet. „Die Kamera braucht keine Hand. Die Arbeit wird also nicht behindert. Der Experte sieht, was die Hände tun. Er kann genaue Hinweise geben“, so Junker weiter. „Wenn das Problem behoben ist, beendet der Arbeiter das Gespräch und macht bei Schritt sieben weiter.“

Zusammen ergeben die vier Assistenzprogramme die „Ubimax Frontline“. Die enorme Nachfrage hat aber auch mit einem neuen Angebot von „Ubimax“ zu tun: Seit diesem Jahr bietet das Unternehmen auch die Software an, mit der die vier Multimedia-Programme entwickelt wurden, den „Ubimax Frontline Creator“. „Mit dem Tool können Firmen ihre eigenen Applikationen entwickeln, ganz speziell zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse. Wir bieten da ganze Partnerprogramme an“, sagt Junker. „Wir trainieren unsere Partner in der Softwarenutzung. Wir vermitteln, wie man solche Projekte erfolgreich durchführt.“

Wurzeln liegen an der Uni Bremen

Die Wurzeln des Unternehmens liegen am Technologiezentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Uni Bremen. „Erste Gehversuche haben wir schon vor 15 Jahren gemacht. Damals war noch ein großer Rechner im Rucksack, angeschlossen mit Kabeln“, sagt Junker. Heute wiegt eine Brille mit der nötigen Hardware keine 30 Gramm, kostet aber schon etwa 1500 Euro. 2004 leitete Hendrik Witt (39), jetzt Chef bei „Ubimax“, das mit 40 Millionen Euro dotierte EU-Programm „wearIT@work“ rund um Wearables und zugehörige Programme für die Arbeitswelt. 

2011 gründete Witt zusammen mit Percy Stocker (38) und Jan Junker die heutige Firma „Ubimax“ noch unter dem Namen „xCon Partners“. 2014 kam „xPick“ als erstes Programm des Unternehmens, das 2016 einen Umsatz von zweieinhalb Millionen Euro machte, auf den Markt.

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