Wie die „Bremen Classic Motorshow“ um junge Fans wirbt

Tuning auf Youtube

Baujahr 1963 – Frauen hatten da offenbar noch keinen Bierdurst: VW „Bulli“ T1 mit bremischer Brauereiwerbung. Ein Schausteller hatte den VW zum Bus mit externer Zapfanlage umgebaut. Foto: KUZAJ

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Hier sind ja nur Männer!“ Die Kinder sprechen aus, was augenfällig ist. Bei der „Bremen Classic Motorshow“ in den Messehallen auf der Bürgerweide beugen sich tatsächlich vornehmlich Männer über Karosserien und Ersatzteile. Doch es sind auch Frauen dabei – nicht zuletzt bei den Jüngeren, um die die Messe sich erkennbar bemüht.

Denn neue Generationen wachsen nach. Das gilt für die Oldtimer ebenso wie für deren Fans. Ab einem Alter von 30 Jahren gelten Fahrzeuge als Oldtimer. Damit wiederum liegen sie oft in einer Preisklasse, die für jüngere Fans und Sammler noch erschwinglich ist. Ein Trend unter den Jüngeren ist es zudem, alte Autos nicht unbedingt in den Originalzustand zurückzuversetzen – sondern sie umzubauen. Der VW „Bulli“ T4 als Wohnmobil oder „Camper“ ist ein gutes Beispiel dafür – ein sehr präsentes Thema bei der „Bremen Classic Motorshow“. Reiseerfahrungen werden in den Messehallen, aber auch online ausgetauscht.

Noch radikaler fallen die Umbauten bei „Dragstern“ aus – mit großvolumigen Motoren aufgemotzte Modelle für das „Drag Racing“ (Beschleunigungsrennen). Ein Hobby übrigens, das offenbar auch viele Frauen attraktiv finden. So jedenfalls der Eindruck am Stand von „Drag Racing Germany“. Dort war auch eine spektakulär lackierte Borgward „Isabella“ von 1954 zu sehen. Aber nicht so, wie sie einst in Bremen gebaut worden ist. Sondern mit 2 000 PS und einem Motor, der förmlich aus der Haube wächst. Höchstgeschwindigkeit: 324 Kilometer pro Stunde.

Tuner Philipp Kaess (33) hat derweil 254 000 Abonnenten bei Youtube. Auto-Fans wie er zeigen, dass es „nach wie vor ein großes Interesse an klassischen Fahrzeugen gibt, aber die nachrückende Generation teilweise anders mit Old- und Youngtimern umgeht“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der „Bremen Classic Motorshow“. Und so sei das Tunen klassischer Fahrzeuge eben auch ein Messethema. Und natürlich hat Kaess, selbst mit einem Stand in Halle 5, am Sonntag auch ein 19-Minuten-Video von der „Bremen Classic Motorshow“ gepostet. Unter anderem ging‘s um Automodelle und deren Preise.

Auch klassische Oldtimer-Liebhaber haben sich auf der Messe, die als Start in die Saison gilt, wieder präsentiert. So der „Oldi-Club Altkreis Syke“. Der Club präsentierte unter anderem das glänzende Gegenstück zu einem hochgetunten PS-Kraftprotz – einen Wartburg 311 aus dem Jahr 1964 in Zweifarb-Lackierung. Nur drei Zylinder, aber trotzdem ein Blickfang.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

Nach Ausbruch der Bienenseuche in Bremen: Sperrbezirk verkleinert

Nach Ausbruch der Bienenseuche in Bremen: Sperrbezirk verkleinert

Der Türsteher grüßt jetzt

Der Türsteher grüßt jetzt

Anwohner finden tote Frau - Polizei startet Mordermittlung

Anwohner finden tote Frau - Polizei startet Mordermittlung

Lokal wird zum Supermarkt

Lokal wird zum Supermarkt

Kommentare