1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bremen

Trubel auf der Trauminsel: Bremer „Fritz“-Theater bringt neue Musik-Komödie heraus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martin Kowalewski

Kommentare

Bunter und wilder Trubel im Inselparadies: Auf der Bühne, von links gesehen: Estefania „Mausi“ Mausbacher (Sarah Fleige), der vermeintliche Professor Alfred „Nemo” Nemorov (Dominic Niedenzu), der inzwischen riesig gewordene Papagei „Donnerstag“ (Christopher Ciraulo), Kornelia „Conny“ Krüger (Lena Wischhusen) und Ex-Unternehmer Robin Kruse (Philipp Trant).
Bunter und wilder Trubel im Inselparadies: Auf der Bühne, von links gesehen: Estefania „Mausi“ Mausbacher (Sarah Fleige), der vermeintliche Professor Alfred „Nemo” Nemorov (Dominic Niedenzu), der inzwischen riesig gewordene Papagei „Donnerstag“ (Christopher Ciraulo), Kornelia „Conny“ Krüger (Lena Wischhusen) und Ex-Unternehmer Robin Kruse (Philipp Trant). © Thomas Holz

Bremen – Ein Bild der Idylle, das Fernweh weckt: Ein Traumstrand als Hintergrund, dazu Palmen, eine Feuerstelle zum Suppekochen und obendrein ein Eröffnungssong, der ans Herz geht: „Island in the Sun“. Es singen Robin Kruse (Philipp Trant) und der Papagei „Donnerstag“ (anfangs von einer Puppe dargestellt, später direkt von Christopher Ciraulo gespielt). 125 Zuschauer erlebten die Premiere der Sommer-Musik-Komödie „Reif für die Insel“ im „Fritz“-Theater am Herdentorsteinweg 39 (Nähe Hauptbahnhof).

Vor zwei Jahren ist der Ex-Unternehmer Kruse mit seinem Boot auf der einsamen Insel angespült worden. Seither genießt er die Einsamkeit, das Leben fernab von Menschen und Hektik. Doch in dieser Idylle kommt es zu scharfen Wortwechseln. Papagei „Donnerstag“ spricht nicht nur fließend – er ist ein wahrer Könner, was bissige Kommentare angeht.

So schimpft er etwa über Kruses Gestank: „Wenn Du schläfst, kreisen die Geier über Dir!“ In diesem Stück warten witzige Dialoge und zum Teil auch ein recht derber Humor auf die Zuschauer. Und sehr bald schwindet die Ruhe: Drei weitere Menschen kommen in kurzer Abfolge auf die Insel. Estefania „Mausi“ Mausbacher (Sarah Fleige) ist vom Schiff ihres Verlobten gesprungen, der noch verheiratet ist. Sie kommt mit einem Rollkoffer, den sie auch gekonnt in ihre Choreographie einbaut, während sie „La Isla Bonita“ singt. Kein Flughafen, „Mausi“ sitzt fest. Sie singt „Ein Schiff wird kommen“, doch auch Kruse singt mit: „Kein Schiff wird kommen“.

Das Stück kommt an: Zuschauer singen mit

Ein weiterer Neuzugang kündigt sich durch einen Sonar-Ton an. Ein gelber U-Boot-Turm erscheint auf der Brücke. Die Luke geht auf. Zunächst kommt ein gebogenes Guckrohr zum Vorschein, mit dem die Umgebung abgesucht wird. Der vermeintliche Professor Alfred „Nemo” Nemorov (Dominic Niedenzu), ausgestattet mit so einigen Doktortiteln, steigt aus der Luke und schaut sich um, wohl mit professionellem Blick. Den Blick ins Publikum gerichtet, macht er jedenfalls unter anderem „viele Brillenschlangen“ aus – zu „Yellow Submarine“.

Das Publikum klatscht mit (wie sehr oft an diesem Abend), einige Zuschauer singen. Das Stück kommt an. Christopher Kotoucek vom „Fritz“-Theater hat wieder einen munteren Schwank geschrieben. „Nemo“ gibt nun vor, sein U-Boot sei kaputt. Nachts entpuppt sich „Nemo“ als Schatzjäger. Ein repariertes U-Boot – die Chance für Kruse, die beiden Besucher wieder loszuwerden? Immerhin redet „Mausi“ nach „Nemos“ Ankunft wie ein Wasserfall, sehr anstrengend, aber lustig.

Sie stellt etwa Papagei „Donnerstag“ vor und sagt: „Wenn er ein Gesicht zieht, nennen wir ihn langer Donnerstag.“ An Bord des U-Boots soll zwar nur für eine Person Platz sein. Aber Kruse verweist auf „Mausis“ kleine Größe. Wenn sie rede, atme sie nicht. „Dann kannst Du sie zusammenrollen wie einen Teppich“, sagt Kruse zu „Nemo“. Kornelia „Conny“ Krüger, gespielt von Lena Wischhusen, die auch musikalische Leiterin ist, kommt per Schlauchboot auf die Insel. Sie ist panisch, fällt mehrfach in Ohnmacht, warnt vor einem Eisberg, ruft zu den Rettungsbooten. Sie hat die Scheidungspapiere dabei, die sie ihrem untreuen Ehemann persönlich übergeben will. Es stellt sich heraus: Dessen Geliebte war „Mausi“. Das bringt Streit. Allerdings verguckt sich „Conny“ sehr bald in „Nemo“.

Bremer „Fritz“-Theater: Mausi hat ein Motiv...

Weitere Hintergründe kommen ans Licht. „Conny“ war nicht ehrlich, als sie das Schiffbruchsopfer spielte. Sie, aber auch „Mausi“ haben durchaus ein Motiv dafür, auf dieser Insel zu sein. Nebenbei sorgt die Ernährung für interessante Geschehnisse. „Donnerstag“ kommt aufgebläht in Menschengröße auf die Bühne. Beeren der Sorte „Bacca viagaria“ sind schuld. Aus dieser imaginären Beere werden in Kotouceks Stück die Viagra-Pillen gemacht. Das Kostüm passt beeindruckend gut zur vorher eingesetzten Puppe.

Nach dem Verzehr von Pilzen fallen schließlich alle in einen Rausch. Dazu ist der Song „Banana Boat“ zu hören. Die Choreographien von Sarah Fleige sind wie immer einfach schön anzuschauen. Auch das Schauspiel und der Gesang machen Freude. Unter den vielen Songs des Abends finden sich auch Seemannslieder wie „Drunken Sailor“.

Die Musik-Komödie „Reif für die Insel“ ist im „Fritz“-Theater (Herdentorsteinweg 39) zu sehen. Nächste Aufführungen: 3. und 4. Juni, 20 Uhr. 5. Juni, 19.30 Uhr. 23. Juni, 19.30 Uhr, 24. und 25. Juni um 20 Uhr. Eintritt: ab 29 bis 36 Euro.

Auch interessant

Kommentare