Schüler-Infomesse zeigt Lösungen

Trojaner im Hintergrund

Der Verein „Digitalcourage“ informierte gestern während der Messe „Abgestürzt? Sicherheit im Netz“ mit einer Performance über das „Fischen“ von Smartphone-Daten. Die Messe klärte Jugendliche über die Gefahren des Internets auf. ·
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Der Verein „Digitalcourage“ informierte gestern während der Messe „Abgestürzt? Sicherheit im Netz“ mit einer Performance über das „Fischen“ von Smartphone-Daten. Die Messe klärte Jugendliche über die Gefahren des Internets auf. ·

Bremen - Von Rike Oehlerking. Trojaner, Cyber-Mobbing und Sexting – das Internet birgt nicht nur Vorteile, sondern auch Gefahren. Wer nicht aufpasst, gibt mehr von sich preis als gewollt.

Zu diesem Thema veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gestern eine Infomesse mit dem Titel „Abgestürzt? Sicherheit im Netz“. Rund 1 000 Schüler kamen, um sich an Ständen und bei Vorträgen zu informieren. „Sexting“ sei das aktuellste Phänomen unter Jugendlichen, heißt es auf der Messe immer wieder. Die Veranstaltung soll laut Dr. Ralf Altenhof (KAS) die Medienkompetenz der Jugendlichen stärken.

Hinter dem aus „Sex“ und „Texting“ zusammengesetzen Wort verbirgt sich das Verschicken von Nacktfotos über Instant-Message-Dienste auf dem Smartphone. „Der Dienst ,Snapchat‘“, weiß die 13-jährige Messebesucherin Johanna, „zeigt die Bilder aber nur wenige Sekunden an.“ An einem der Stände wird sie kurz darauf erfahren, dass es dennoch Wege gibt, solche Bilder dauerhaft sichtbar zu machen und sie dann zu verbreiten.

Die 17-jährige Friederike ist als Beraterin auf dem Online-Portal „juuuport.de“ tätig, das von der Landesmedienanstalt gefördert wird. Hier können Jugendliche mit Fragen und Problemen rund um das Thema Internet an ebenfalls jugendliche Scouts herantreten. Friederike rät: „Sobald man das Gefühl hat, gemobbt zu werden, auf jeden Fall mit Freunden und Eltern sprechen. Letzte Instanz kann auch eine Anzeige bei der Polizei sein.“

Petra Rump vom Präventionszentrum der Polizei bestätigt das. „Wir greifen ja nicht immer gleich mit harten Methoden ein“, sagt sie. „Gerade bei Missbrauch von Bildern hilft manchmal schon ein Anruf durch die Polizei beim Übeltäter.“ Anzeigen seien wichtig, damit die Aufmerksamkeit für die Problematik steige. Gerade die Anonymität im Netz lade manche zu illegalen Taten ein.

Auch Johannas Freundinnen Clara (12 Jahre) und Theda (13 Jahre) sind im Besitz eines Smartphones. Auf die Nachfrage, wie oft die drei online sind, tönt es fast wie aus einem Mund: „Eigentlich immer.“ Außer während der Schulzeit, weil es dort untersagt sei, und wenn sie ihren Hobbys nachgingen. Auf der Messe erfahren sie, dass sie auch unwissentlich ausspioniert werden können.

„Selbst Gespräche, die extern – also nicht über das Handy – geführt werden, können über Smartphones mitgeschnitten werden“, sagt Tansel Kacamak, Informatik-Student und Mitarbeiter des Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI), das in Kooperation mit dem Institut für IT-Sicherheit ein Info-Netzwerk bildet. „Ein Trojaner läuft unbemerkt im Hintergrund des Systems mit.“ Daher, so rät Kacamak, solle man sich stets Updates herunterladen, weil darüber Sicherheitslücken geschlossen würden. Den PC müsse man mit der aktuellen Version einer Antiviren-Software sichern. Sobald man das Gefühlt habe, auf dem Smartphone könnte etwas ungewollt installiert worden sein, hilft nur noch das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen. „Daher sind sowohl bei Computern als auch beim Smartphone regelmäßige Sicherheitskopien auf einer externen Festplatte absolute Pflicht“, sagt der Informatik-Student.

Das Internet birgt nicht nur Vorteile, sondern eben auch Gefahren. „Die erste Regel der Internetnutzung“, betont daher Petra Rump von der Bremer Polizei, „ist immer noch, sich genau zu überlegen, was man online stellt.“ Auch früher habe die Weitergabe von Nacktfotos schon mal gefährlich werden können. „Aber heute werden über das Internet einfach viel schneller viel mehr Menschen erreicht.“

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