37 Männer und Frauen hasten im Spurt nach oben

Erstmals Treppenlauf im Aalto-Hochhaus: 343 Stufen bis zum Ziel

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Jetzt kommen 343 Stufen: Sabine Hertel ist durch den Eingangsbereich gelaufen und schwenkt auf die erste Treppe ein.

Bremen - Das schlanke, auf einer Seite geschwungene Aalto-Hochhaus in der Vahr ist ein Blickfang. Im Jahr des 60-jährigen Bestehens der Neuen Vahr ist es am Sonnabendnachmittag zur Wettkampfstätte geworden. Es ist das erste Mal, dass in dem Hochhaus mit seinen 22 Etagen ein Treppenlauf stattfindet. 343 Stufen sind für die 37 Starter beim achten Gewoba-Treppenlauf zu überwinden.

Der 50-jährige Jörg Neumann hat an keinem der zwei angebotenen Trainingsläufe teilgenommen. „Ich laufe seit 38 Jahren und habe an 50 Marathons teilgenommen. Ich bin eigentlich Langstreckenläufer. Das ist eher eine Kurzstrecke“, sagt er. „Hier hat man es fast nur mit Treppe zu tun. Bei anderen Hochhäusern kommen auch mal fünf Meter Gerade, was ich persönlich ganz angenehm finde“, sagt Neumann.

Start ist auf einem roten Teppich. Dann geht es durch den Eingangsbereich und zwischen zwei großen Betonpfeilern hindurch. Und nun die Treppen. Zunächst sind sie leicht zu erklimmen. Nach Stockwerk 10 wird es allerdings hart, so die Erfahrung vieler Läufer. Das Ziel ist schlicht: die letzte Stufe im obersten bewohnten Stockwerk. Hier wird die Zeit gemessen. Die meisten kommen im langsamen Schritttempo an. Meistens mobilisieren die Läufer noch einmal alle Kraft, wenn sie das Ziel sehen, und beschleunigen auf der letzten Treppe.

Die 35-jährige Sabine Hertel kommt keuchend an. Erstmal hinsetzen und durchatmen. Vor einem Jahr hätte sie sich den Lauf noch nicht zugemutet. „Ich habe im vergangenen Jahr 33 Kilo durch Ernährungsumstellung und viermal Fitness-Studio in der Woche abgenommen“, sagt sie. Jetzt hat sie die Herausforderung gemeistert. „Es brennt schon in den Muskeln“, sagt sie. „Es geht um Geschwindigkeit, darum sollte man den Lauf gleich schnell angehen.“ Wenn die Schwere einsetzt, habe man dann schon einiges geschafft. Nach einer kurzen Pause geht sie aufs Dach.

Hier hat es sich auch Merve Dalkilinc gemütlich gemacht. Sie mache eigentlich viel Sport, aber der Treppenlauf sei für sie überraschend hart gewesen. „Es zieht im Fersen-Bereich“, sagt sie. So ganz ihr Ding sei das nicht, aber es habe auch Spaß gemacht. „Ich würde noch mal laufen. Übung macht den Meister“, sagt sie.

Das seit 1998 unter Denkmalschutz stehende Hochhaus wurde vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfen. Es ist 65 Meter hoch und wurde in den Jahren 1959 bis 1961 errichtet. Bauherrin war die damalige Gesellschaft Neue Heimat (heute Gewoba).

Treppenlauf-Sieger bei den 20- bis 40-Jährigen wurde Hauke Bergmann (Jahrgang 1990) mit einer Zeit 1:48,53 Minuten. Bei den Frauen dieser Gruppe gewann Kathrin Schulz (Jahrgang 1982) mit einer Zeit von 2:36,32 Minuten. Gewinner bei den über 40-Jährigen waren Ralf Schöllhammer mit 1:59:68 Minuten und Bianca Lingerski mit 3:02,42 Minuten. 

mko

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