Trendforscher Sven Gábor Jánszky spricht beim „Siemens Wirtschaftsforum“

Digitale Zukunftsvisionen

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Tauschten sich zum Thema Digitalisierung aus: der Bremer Siemens-Chef Franz-Wilhelm Löbe (v.l.), Trendforscher Sven Gábor Jánszky und Wirtschaftssenator Martin Günthner.

Bremen - Von Steffen Koller. Steaks aus dem 3D-Drucker, Autosteuerung über Emotionen: Was heute undenkbar scheint, kann in fünf Jahren schon Normalität sein. Der Grund: die Digitalisierung unseres Lebens. Das „Siemens Wirtschaftsforum“ widmete sich am Donnerstagabend diesem Thema. Zu Gast: Trendforscher Sven Gábor Jánszky. Er sagt: „Digitalisierung ist nicht aufzuhalten.“

Es ist ein einfaches Experiment, doch es ist beeindruckend – und etwas verstörend zu gleich. Sven Gábor Jánszky holt beim Wirtschaftsforum im Park Hotel einen Gast nach vorne, setzt ihm ein futuristisches Gestell auf den Kopf und stellt einen Computer an. Allein mit seinen Gedanken bewegt der Mann einen digitalen Ball auf einem Monitor von einer Seite zur nächsten. Er braucht dafür keine Übung, nur eine kurze Eingewöhnung. Für viele ist das absolutes Neuland, für Jánszky Normalität – und noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Jánszky, 41 Jahre alt und gebürtig aus Budapest, hat bei der Arbeit als Direktor seines Trendinstituts „2b Ahead Think Tank“ mit mehr als 1500 Firmenstrategen gesprochen, Ideen ausgewertet, sie versucht, für die Zukunft fitzumachen. Jetzt will er auch den rund 80 Gästen im Park Hotel bei seinem Vortrag „Management im Zeitalter der Digitalisierung“ erklären, was Digitalisierung bedeutet, wie man sie nutzt, welche Strategien wichtig sind. Für Jánszky sind dabei zwei Faktoren entscheidend.

Zum einen: Geschwindigkeit. Oftmals würden Manager mit ihren Prognosen falsch liegen, weil sie die Differenz zwischen erwarteter und potenziell möglicher Entwicklung vollkommen falsch einschätzten. Hierbei spiele besonders der Faktor Geschwindigkeit eine tragende Rolle.

Zum anderen geht es um Vertrauen. Jánsky sagt: „Vertrauen hat nichts mit Emotionen zu tun. Vertrauen ist das Erfüllen von Erwartungen.“ Was früher ausschließlich vom Herrenausstatter erledigt wurde, übernehmen in Zukunft Computer generierte Spiegel. Diese können durch Sensoren erkennen, welche Krawatte zu welchem Hemd passt – und das Ganze passiert im eigenen Wohnzimmer. Wenn das Ergebnis stimme, sei es egal, ob ein Mensch oder ein Gerät die Tipps gibt, sagt der 41-Jährige.

Auch Franz-Wilhelm Löbe, Siemens-Standortleiter in Bremen, weiß um die Bedeutung von Bits und Bytes. Für ihn sei die Digitalisierung der „wesentliche, wenn nicht sogar bestimmende Faktor unserer Zeit“, sagt er, während der Begrüßung und fügt an: „Die digitale Revolution kommt mit aller Macht.“ Bei aller Skepsis sei Digitalisierung „ein Zukunftsthema, das als Perspektive zu begreifen ist“, sagt auch Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), der in Bremen „zentrale Voraussetzungen“ für die digitale Zukunft erkennt.

Wer all dem nicht glauben mag, meint Jánszky abschließend, solle nur mal an das Thema Navigationsgeräte denken. Der Beifahrer vertraut dem Fahrer, nur wem vertraut dieser meist? Genau: einer Maschine. Und das häufig blind.

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