Achter „Tausendschön“-Markt verzeichnet großen Besucheransturm

Trend zum Upcycling

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Tore Janzen hat in seinen Schlüsselbrettern die Teile alter Schreibmaschinen verbaut.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Tore Janzen (28) aus Borgfeld hat ein Schlüsselbrett der besonderen Art gebaut. Die vielen Metallteile hatten früher eine ganz andere Funktion, denn sie gehörten zu einer alten Schreibmaschine. Upcycling, aus altem was ganz Neues machen, statt es wegzuwerfen: Das ist der Haupttrend beim achten „Tausendschön“-Markt, der am Sonntag gleich nach der Eröffnung für volle Gänge in zwei Hallen des Großmarkt Bremen.

Das Firmenschild „Adler“ prangt oben an dem Schlüsselbrett. Die Hebel der ehemaligen Schreibmaschine sind nun Haken für Schlüssel. Ein Kranz aus Hebeln bietet zudem eine Form, in die man Schlüssel und ähnliches hineinlegen kann. 150 bis 200 Euro kosten die großen Schlüsselbretter. „Die meiste Arbeit ist es, die alten Maschinen auseinanderzubekommen, das dauert Stunden“, sagt Janzen.

„Upcycling Schmuck“ heißt der Stand von Mathias Nöhre (58) aus Emden. Er verarbeitet Milchtetrapacks zu Ohrringen und Kettenanhängern. Bemalt sind diese mit einer Farbe ähnlich Emaille, die langsam trocknet und den Schmuckstücken so einen authentischen Emaille-Look verleiht. Das Design wirkt modern. Zum Beispiel: Ohrringe mit der Form eines schrägen Vierecks, darauf ist ein Katzenmotiv zu sehen. Vorteil des Tetrapack-Materials: Es ist sehr leicht. Die Preise liegen um die zehn Euro.

Nutzlos für ihre ehemaligen Besitzer sind die handbemalten Federn am Stand von Ursula Wessels (75) aus Ritterhude. Ein hübsches Mädchen posiert auf der großen Schwanzfeder eines Bronzeputers. Auf den Federn eines Aras und eines Kakadus fliegen Schwäne durch bunte Landschaften. „Ich mache das schon 20 Jahre als Hobby. Ich habe erst, als ich schon dabei war erfahren, dass die Idee von den Indianern kommt“, sagt Wessels, an deren Stand einiges los ist. Inka Barthel (23) und Maria Kück (28), vor Ort mit ihrem Stand „Gut betucht“, haben statt Chemikern Bienen bemüht. Sie verkaufen Baumwolltücher eingetaucht in Bienenwachs und Bienenharz, eine wiederverwendbare Alternative zur Frischhaltefolie. Besucher Stefan (57) ist angetan vom „Tausendschön“-Markt. „Das Angebot ist spannend. Es ist aber sehr voll hier“, sagt er.

Marktmeisterin Franziska Höppe ist sehr zufrieden. Auch wenn diesmal nicht gezählt wird, ist sie sich sicher, dass die 6 500 Besucher von der vergangenen Auflage wieder erreicht werden. Sie sieht noch einen Trend. „Die Leute wollen gesunde Materialien. Sie wollen keine Chemie“, sagt sie.

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