„Mein Kunst-Stück“ mit Cordula Priesers „Shared Spaces – big, Version 2“

Transparentes Raumerlebnis

Ein Foto der Künstlerin mit ihrem Kunstwerk? War diesmal nicht möglich. Der Aufbau der „Shared Spaces – big, Version 2“ braucht rund zwei Tage. - Foto: von den Driesch

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Shared Spaces – big, Version 2“ heißt Cordula Priesers Installation, die sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Unendlich viele Nieten und ungezählte Einzelteile ergeben eine luftige Skulptur aus Stahl, Aluminium und Kunststoffgewebe.

Cordula Priesers Grundthema ist die Überschneidung von Räumen oder das Eindringen eines Raums in den anderen. Die Künstlerin baut ihre räumlich konstruierten Skulpturen dafür um andere, oft massive, Elemente herum. Während einer Ausstellung im Freien stehend verlief „Shared Spaces“ beispielsweise durch einen Baum. Die zweite Version entstand für eine Innenausstellung. Hier umlief der Aluminiumrahmen zwei Säulen. Prieser bespannte einige Flächen mit transparentem Stoff, um die Wirkung des Raumerlebnisses zu verstärken.

„Zu Beginn waren meine Skulpturen noch figürlich und massiver“, erzählt Prieser. Einige ihrer Werke zeigen organische Hohlformen aus Aluminiumnetz, die eine Tischplatte durchsetzen oder sich über einen Stuhl stülpen. Dabei reizt es die Künstlerin, organische mit architektonischen Formen zu verbinden.

Prieser arbeitet vorzugsweise mit Aluminium, weil es leicht und biegsam ist. Zuerst fertigt sie ein Modell. Über die endgültige Größe des Kunstwerks entscheidet das Verhältnis zu Ausstellungsraum und menschlicher Körpergröße. Der Aufbau von „Shared Spaces“ dauert etwa zwei Tage. „Die aufgebaute Arbeit ist immer eine Überraschung“, sagt Prieser. Dann zeige sich, wie das Werk den Raum verändert.

Die Entscheidung, Künstlerin zu werden, war für die Bremerin sehr früh gefallen. Prieser hatte bereits in der Oberstufe Kunst als Leistungskurs gewählt und verspürte eine große Lust, etwas von A bis Z selbst zu machen. Mit Blick auf ihre Zukunft dachte die frischgebackene Abiturientin außerdem, dass sie sich als Künstlerin auch nach der Rente nicht langweilen müsse.

Die erste Herausforderung stellte sich nach dem Hochschulabschluss, erzählt Prieser. Mit wenig Geld galt es, sich ein Atelier zu besorgen und Werkzeug zu kaufen. Auch ganz wichtig: die Vernetzung, der Austausch, die Auseinandersetzung mit anderen Künstlern. Und dennoch immer bei sich zu bleiben.

Wozu brauchen wir Kunst? „Kunst eröffnet neue, spannende Räume“, sagt Prieser. „Mit jeder neuen Arbeit begibt man sich auf die Suche nach Dingen, die man herausfinden und mitteilen will.“ Zu den Künstlern, die für Prieser besonders bedeutend sind, zählen die südafrikanische Künstlerin Marlene Dumas und der Brasilianer Ernesto Neto. Dessen phantastische und riesengroße, mit Stoff bespannte Rauminstallationen findet Prieser einfach toll.

Wenn Prieser jemandem ein Werk als Botschaft schicken sollte, dann ginge eine kleine luftige Drahtarbeit an die Köchin der Kita Hohwisch: „Als Dank und stellvertretend für die vielen Alltagshelden, die einem das Leben so viel freundlicher, angenehmer und leichter machen!“

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