Bis Silvester im Musicaltheater Bremen

Roncalli lädt mit „Väterchen Frost“ zu Körperkunst und Komik ein

Die Artistengruppe „Imfera“ (hier bei einer Probe auf dem Trampolin) überzeugte mit verschiedenen Akrobatik-Darbietungen. ·
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Die Artistengruppe „Imfera“ (hier bei einer Probe auf dem Trampolin) überzeugte mit verschiedenen Akrobatik-Darbietungen. ·

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Mit dem neuen Programm von „Circus meets Classic“ lädt Roncalli zu einer Mischung aus Poesie, Musik, Körperkunst und Komik in eine Schneelandschaft ein.

„Väterchen Frost“ heißt die Show zu den Klängen der Norddeutschen Hansephilharmonie, die bis zum Silvesterabend im Musicaltheater am Richtweg gastiert. Das Publikum bei der Premiere am ersten Weihnachtstag verabschiedet die Künstler nach etwa zwei Stunden Programm mit großem Applaus.

Insbesondere die Gruppe „Imfera“ überzeugt. Die Artisten aus der Ukraine sind vielseitig, zeigen ebenso Akrobatik in der Luft wie auf dem Trampolin. Während das Programm an manchen Stellen doch etwas Längen aufweist, bringt „Imfera“ Pep ins Theater. Die vier Männer hüpfen mühelos mehrere Meter hoch in offene Fenster oder darüber auf eine Ebene. Schlag auf Schlag geht es hier, das „Fensterln“ (das Einsteigen bei der Liebsten durchs Fenster) bekommt hier eine Frischzellenkur verpasst. Harmonisch wirken auch später die Akrobatiknummern in der Luft.

Unheimlich kraftraubend muss die Handstandakrobatik von Oleg Izossimov sein. Betont langsam zeigt er den Zuschauern erstaunliche Verrenkungen auf einem Arm. Und dabei wirkt der Künstler nicht wie ein Kraftpaket aus lauter Muskeln, sondern fast schon zierlich.

Zirkusdirektor Bernhard Paul hat sich für „Väterchen Frost“ vom russischen Winter inspirieren lassen. Das zeigen auch das Bühnenbild und die vorwiegend weißen Kostüme. Und auch die schönen warmen Stiefel der „Foresight Dance Company“ aus Kiew, die ein Bindeglied zwischen den Show-Elementen ist.

Vladislav Olondar hat sich ein schwieriges Unterfangen vorgenommen: das Trainieren von Katzen, die ja eher äußerst eigenwillig sind. Insgesamt sieben weiße Angorakatzen besitzt Olondar. Der Auftritt wirkt spielerisch, die Katzen laufen Slalom um Stangen, klettern an einem Stab hoch, die der Katzenmann auf der Stirn jongliert. Und als Belohnung gibt es immer wieder Leckerlis – und viel Beifall vom Publikum.

Schwierig die Darbietung am Russischen Barren. Während zwei Mitglieder der Vasilev Troupe den Barren halten, versucht ein anderer Salti, die im zweiten Anlauf gelingen.

Während Csaba Mehes bei den einen im nicht ganz ausverkauften Theater Begeisterungsstürme entfacht, sind andere vom Comedian mit seiner Slapstick-Nummer eher gelangweilt – die Gemüter sind halt unterschiedlich.

Insgesamt bietet „Väterchen Frost“ einen netten Abend. An das ausgezeichnete Zirkusprogramm von Roncalli, das gerade erst in Bremen gastierte, reicht die Show allerdings nicht ganz heran. Zum Beispiel kann Oleg Ponukalin nicht annähernd mit dem grandiosen Clown David Larrible aus dem Zirkus mithalten.

Roncallis „Circus meets Classic“ gastiert bis zum 31. Dezember im Bremer Musicaltheater. Karten gibt es für etwa 38 bis 97 Euro (Silvester) in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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