Vorbereitung auf „Special Olympics“

Trainingsfleiß beim Bowlen wird belohnt

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Beeinträchtigte und erfahrene Bowler bilden im „Strikee’s“ eine muntere Truppe.

Bremen - Darius (39) geht an die Bowling-Bahn und wirft. Ein solider Treffer: Fünf von zehn Pins kippen um. Er ist zufrieden. Noch besser sein nächster Wurf. Die Kugel rollt etwas seitlich über die Bahn: sechs Treffer. Zwölf Bowler mit verschiedenen geistigen Behinderungen trainieren beim Bowling-Center „Strikee’s“ in Findorff. Viele von ihnen haben ein Ziel: antreten bei den Landesspielen oder sogar nationalen Spielen der „Special Olympics“.

Darius hat heute schon zweimal alle Pins abgeräumt. Er ist zufrieden. Auch Saskia (26), die wöchentlich mit einer Gruppe des Martinshofs trainiert, will bei den „Special Olympics“ mitmachen. Sie hat heute einmal das Feld abgeräumt. Andreas Gloede (34) hat sichtlich Spaß und räumt mit einem Wurf einige Pins ab. Er spielt Bowling als Freizeitsport. Er hält sich mit Schwimmen fit.

Einmal im Monat bietet der Landesbetriebsstportverband dieses Training an und stellt den Teilnehmern erfahrene Bowler an die Seite. Die Teilnehmer trainieren zumeist auch noch für andere Gelegenheiten. 2021 finden die Landesspiele in Bremen statt. In Berlin folgen 2022 die nationalen Spiele und 2023 die internationalen „Special Olympics Weltspiele“.

Hat Spaß beim Training: Andreas Gloede vor dem Wurf.

Der Verein „Special Olympics“ in Deutschland will Menschen mit geistiger Behinderung durch Sport zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe verhelfen und richtet auch Wettbewerbe aus. Der Bremer Landesverband ist im „Kwadrat“ (Wilhelm-Kaisen-Brücke) ansässig. Entstanden ist die internationale „Special-Olympics“-Bewegung 1968 in den USA und wurde von Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy, gegründet. Die Behinderung ihrer älteren Schwester Rosemary Kennedy veranlasste sie, die „Special Olympics“ ins Leben zu rufen.

„Wir werden vorher gucken, wer teilnimmt. Die Teilnehmer brauchen eine gewisse Anzahl an Trainingsstunden, um antreten zu dürfen“, sagt Volker Pache (58) vom Landesbetriebssportverband, der selber Bowling spielt. Beim Verband ist Bowling hinter Fußball die zweithäufigste Sportart.

Marco Scheibe (32) trainiert auch jede Woche. Er hat sogar zwei eigene Bowling-Kugeln dabei. „Die lassen sich besser werfen“, sagt er. Täglich geht er ins Fitness-Studio. Die gewonnene Kraft helfe ihm auch beim Bowlen. „Hier merkt man das in den Armen“, sagt er. Scheibe leidet unter einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses – seine Würfe sind aber kräftig und zielsicher. Er hat beim Martinshof einen Außenarbeitsplatz in einem Hotel. Derweil zeigt Heidi Müller (66), wie der ideale Bewegungsablauf aussieht: linkes Bein vor, rechtes Bein vor, linkes Bein vor und Wurf mit rechtem Arm, während das rechte Bein vorzieht. Ein Bowler probiert es. Er hat noch Schwierigkeiten. Zum Wurf ist das falsche Bein vorne. Das klappt so leider nicht. Müller, die selber in der Landesliga spielt, sagt: „Was wir vermitteln, ist eher angelehnt an die Bowling-Technik.“

Oft lasse bei den beeinträchtigten Teilnehmern schnell die Konzentration nach. „Die Teilnehmer freuen sich über jeden Erfolg. Darum ist es schön, mit ihnen zu trainieren“, sagt Müller. „Es ist Balsam für meine Seele, wie die einen manchmal in den Arm nehmen.“ Derweil wirft Timo. Er hat für sich herausgefunden, was einen guten Wurf ausmacht: „Die Kugel muss schnell und gradlinig auf die Pins zurollen“, ist er überzeugt.

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