Haus St. Petrus in der Böttcherstraße für 1,8 Millionen Euro saniert

Tradition und Moderne

Hoteldirektorin Ursula Carl im Goldenen Saal. ·

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke„Wir haben ein bisschen was gewagt“, schmunzelt Ursula Carl, Direktorin des Atlantic Grand Hotels am Bredenplatz, verschmitzt und deutet auf den Scotland Saal im denkmalgeschützten Haus St. Petrus in der Böttcherstraße. Der Saal, der bis zu 100 Leute fasst, ist mit seiner weißen Holzvertäfelung und den bunten Tapeten, die an Heinrich Vogeler erinnern, ein Blickfang.

Gut 30 Jahre lang war das Haus St. Petrus Sitz des Casinos Bremen, bis dieses Ende 2010 an die Schlachte zog. Entstanden in den 20er Jahren, wurden hier zunächst Bälle, Hochzeiten, Konfirmationen und Jubiläen gefeiert. Konzeption und Gestaltung der neuen Räume knüpfen an die Tradition der Gesellschaftsräume aus frühen Tagen an und finden dabei eine moderne Ausprägung. 1,8 Millionen Euro hat das Atlantic Grand Hotel, hinter dem Kurt Zech, Joachim Linnemann und Ursula Carl stehen, sich den Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Hauses mit seinen drei Sälen kosten lassen. Bereits beim Bau des Vier-Sterne-Hotels wurde die Verbindung zwischen den Häusern geschaffen. Das vor einem Jahr eröffnete Hotel grenzt am Bredenplatz direkt ans frühere Casino an.

Die Kombination von Tradition und Moderne ist sehr schön gelungen. Am eingangs beschriebenen Scotland Saal wurde der Zugang zum bisher verschlossenen Balkon geöffnet. So lässt sich zwischen Vortrag oder Menü vor hier ein Blick in den Innenhof zwischen Hotel und Handelskammer werden.

Ursula Carl erweitert mit dem Haus St. Petrus die Veranstaltungskapazitäten des Hotels um 1 000 Quadratmeter – mitten in der Stadt. Der Pachtvertrag läuft über 30 Jahre. Alle drei sehr unterschiedlich großen Säle sind multifunktional ausgestattet. Ob Geburtstag, festliches Essen oder Vorträge und Geschäftsmeeting, vieles ist möglich. Insgesamt fassen die Säle bis zu 500 Menschen.

Der kleinste Raum ist das „Zelt“, in dem zum Essen etwa 16 Personen Platz haben. An der Decke prangt ein Baldachin aus Stoff. Die roten Stühle passen zum ebenfalls in Rot gehaltenen Foyer in der ersten Etage sowie zu Treppe und Eingang an der Böttcherstraße. Apropos Böttcherstraße: Hier wurde die Drehtür des Casinos durch die alte Original-Tür ersetzt, die bisher im Staatsarchiv lagerte. Das Lübecker Architekturbüro Krause sah sich mit Carl immer wieder Archivbilder an, um dem Haus den Charme der 20er zu verleihen.

Im Goldenen Saal, wo bis vor wenigen Monaten Roulettetische standen, finden Besucher jetzt einen hellen Parkettboden, dunkelbraune Holzwände und darüber Tapeten in zwei Goldtönen. Drei güldene Leuchter runden das Ambiente im mit 200 Quadratmeter größten Saal ab. Hereingelassen wird überall das Tageslicht, und zwar durch die Original-Fenster.

Fünf Monate dauerten die Umbauarbeiten. „Es mussten ganz schön viele Strippen vom Casino aus den Decken gezogen werden“, lacht Ursula Carl.

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