Show kommt nach Bremen

Hinter den Kulissen bei „Cats“: Tradition mit frischem Wind

Steve Diamond, seit zwölf Jahren Tourmanager bei „Cats“, zeigt die Maske von Bösewicht „Macavity“. - Foto: Heyne
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Steve Diamond, seit zwölf Jahren Tourmanager bei „Cats“, zeigt die Maske von Bösewicht „Macavity“.

Bremen - Von Ulla Heyne. Die neue Produktion des Musicals „Cats“ verbindet Tradition und Retro-Charme mit dem frischen Wind durch junge, ambitionierte Darsteller und höchsten Standards in allen Details. Anfang September kommt die Show, die seit Januar in Dubai, Kuwait und Südkorea Station machte und vor einigen Tagen Premiere in München feierte, ins Bremer Musicaltheater. Wir durften vorab einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Wenn Dane Quixall vor dem Schminkspiegel sitzt und nacheinander Farben wie „Ivory“, „579“ und immer wieder Puder aufträgt, sitzt jeder Strich. Mit 34 ist er ein alter Hase – oder eher Katze. Heute verwandelt er sich in einer Stunde in den Charakter „Mungo Jerry“. Anfänglich hat er dazu mehr als zwei Stunden gebraucht, heute schafft er es in der Hälfte der Zeit. Der Brite ist einer der Springer der Show: Wie seine vier Kollegen hat er sieben Charaktere in petto.

Neben ihm sitzt John Brannick. Er wird von Make-Up-Artist Karen, die eigens aus London eingeflogen wurde, in „Rum Tum Tugger“ verwandelt – zumindest zur Hälfte. In zwei Stunden wird er lernen, sich selbst zu schminken: eine Seite sie, eine Seite er. An diesem Abend kämpft er gegen den Schweiß bei Temperaturen über 35 Grad. Da hilft nur pudern, schminken, pudern. Die Make-Up-Charts, in denen Farben und Look festgelegt sind, haben sich von Beginn an nicht geändert. „Warum auch?“, meint Karen, die seit 1981 dabei ist – „das ist eben Cats!“

Tradition und Qualität auch hinter der Bühne

Auch hinter der Bühne: Tradition und Qualität. Das reicht von den für jeden Schauspieler handgefertigten Perücken aus Yakhaaren, Kostenpunkt mehr als 2000 Euro pro Stück und von einem dreiköpfigen Team jeden Abend liebevoll neu in Form gebracht, bis zu den handbemalten Lycrakostümen, drei für jeden Schauspieler. In dem dunklen, engen Reich jenseits des stilisierten Schrottplatzes im Maßstab von 1:3 mit überdimenionalem Herd, alten Dosen und einem Wagenrad geht es vorbei an Regalen voller Eispacks und Kosmetiktücher. Die werden zu Hunderten verbraucht. Schließlich müssen sich einige der Katzenmenschen bis zu dreimal während der Show in andere Charaktere verwandeln, zum Teil in der Rekordzeit von sechs Minuten. 

Die Akteure des Webber-Musicals „Cats“ müssen nicht nur tanzen, singen und schauspielern, sondern sich auch selbst schminken, so wie hier Dane Quixall. „Cats“ ist vom 5. bis 9. September im Bremer Musicaltheater zu sehen.

In wenigen Wochen wird die Kulisse – auch sie ist seit dem Beginn nahezu unverändert – in Holzkisten in acht Elf-Meter-Lkw nach Bremen reisen. Eineinhalb Tage baut die zwölf-köpfige Stammcrew gemeinsam mit rund 20 Bühnenarbeitern vor Ort auf, bevor das Erfolgsmusical von Andrew Lloyd Webber hier vom 5. bis 9. September über die Bühne gehen kann.

Katzenmensch drängt sich vorbei

Beim Blick hinter die Kulissen in München geht es vorbei an Kakerlakenmasken aus Küchenutensilien, ein Katzenmensch drängt sich vorbei. Nur zwei Meter Platz neben der Bühne – das findet auch Tourmanager Steve Diamond sportlich, in Bremen wird es komfortabler. Er führt den Erfolg auf die hohen Qualitätsstandards zurück: „In England haben wir heute phantastische Ausbildungsstätten für Musicaldarsteller – kein Vergleich zu früher!“ So kommen neben der Crew auch die meisten Tänzer aus England, wo auch die Auditions abgehalten werden.

„Mr. Mistofellees“ Axel Alvarez ist allerdings Franzose. Im Unterschied zu den meisten hier hat er zunächst eine klassiche Ballettausbildung durchlaufen. Das wird sich in wenigen Stunden an atemberaubenden Pirouetten zeigen. „Die Rolle hat mein Leben verändert“, meint der 25-Jährige. Für ihn sind die geduckte katzenhafte Haltung und die Bewegungen, die ihn bis vor den Spiegel im Badezimmer begleiten, besonders anstrengend. Eine weitere Herausforderung: Fast alle Akteure des Stücks sind nahezu die gesamten zwei Stunden auf der Bühne zu sehen, Atempausen gibt es kaum. Für Alvarez macht es den Reiz des Stückes aus: „Wir sind wie eine Gang – Cats schweißt zusammen!“

„Cats“ ist vom 5. bis 10. September im Bremer Musicaltheater am Richtweg zu sehen. Karten ab etwa 50 Euro gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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