Grüne loben Liberalisierung des Friedhofsrechts

Totenasche darf in Grünanlagen

Totenasche aus den Urnen ihrer Angehörigen dürfen die Bremer auch auf öffentlichen Grünflächen verstreuen. - Foto: dpa

Bremen - Im eigenen Garten können Bremer ihre Totenasche bereits ausstreuen lassen – grundsätzlich möglich ist das aber ebenso auf allen öffentlichen Flächen wie Grünanlagen oder an der Weser. Das geht aus einem Verwaltungsbericht für die Sitzung der Umweltdeputation hervor.

Seit der Lockerung des Friedhofszwangs im Land Bremen im vergangenen Jahr hat es noch keinen Antrag gegeben, heißt es weiter. Gut 50 Anträge auf Verstreuen der Totenasche wurden demnach im Vorjahr genehmigt, bis zur Mitte dieses Jahres verzeichnete der Umweltbetrieb Bremen weitere 20 Anträge. Dazu sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Maike Schaefer: „Die Liberalisierung des Bestattungsrechts hat sich bewährt. 

Damit haben wir die Entscheidungsfreiheit des Individuums gestärkt.“ Und weiter: „Wir respektieren den letzten Wunsch der Menschen. Wer seine letzte Ruhestätte lieber unterm einen Baum im eigenen Garten oder an einem schönen Weser-Abschnitt oder Park statt auf dem Friedhof haben will, kann seine Totenasche dort verstreuen lassen.“ Das Ausstreuen auf öffentlichen Flächen ermögliche es auch Menschen ohne eigenen Garten, ihren letzten Wunsch nach einem individuellen Bestattungsort zu erfüllen.

Bremen erlaubt als erstes und bisher einziges Bundesland, dass die Asche Verstorbener auf privaten Flächen außerhalb von Friedhöfen ausgestreut werden kann. Unter anderem die Kirchen hatten die Lockerung des Friedhofszwangs aus ethischen Gründen kritisiert. „Die gewachsenen Bestattungs- und Trauerrituale der Bevölkerung bestehen trotz der individuellen Ausnahmen weiter. Durch die Reform haben aber jetzt all jene eine Alternative, die vorher für das Ausstreuen ihrer Asche unter unwürdigen Umständen zum Ausweichen in andere Länder gezwungen waren“, sagt Schaefer.

Das Ausstreuen der Totenasche außerhalb von Friedhöfen ist in Bremen an bestimmte Bedingungen geknüpft: Die oder der Verstorbene muss seinen Wohnsitz in Bremen gehabt haben und zu Lebzeiten verfügt haben, an welchem Ort das Ausstreuen der Asche gewünscht wird. Außerdem muss eine Person zur Totenfürsorge benannt werden, die beim Ausstreuen einen pietätvollen Rahmen sicherstellt. Die dauerhafte Aufbewahrung der Urne ist nicht gestattet.

je

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