Mit dem Herbst beginnt das große Blättersammeln

50 Tonnen Laub am Tag in Bremen

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Der Herbst ist gekommen – und mit ihm das Laub. So wie hier an der Ecke Herdentor/Am Wall. Jeder der etwa 400 000 Bremer Laubbäume trägt (statistisch betrachtet) ungefähr 200 000 Blätter.

Bremen - Der Herbst ist gekommen, die Bäume – nein, sie schlagen nicht aus. Sie verlieren. Laub, sehr viel Laub. Und das macht Arbeit. Sehr viel Arbeit. Jeder, der einen Garten hat, kann ein Herbstlied davon singen. In Bremen aber wird nicht gesungen, sondern – eben – gearbeitet.

Schließlich stehen etwa 400.000 Laubbäume in der Stadt. Und jeder davon trägt ungefähr 200.000 Blätter, wie ein Sprecher des Umweltressorts sagt. Und er kennt noch mehr Laubzahlen. Fast 5.000 Tonnen Laub von den etwa 220.000 Bäumen auf den Flächen, für die der Umweltbetrieb Bremen (UBB) zuständig ist, entfernen die Mitarbeiter jährlich von Gehwegen in den Parkanlagen und auf den Friedhöfen, um Fußgänger vor Unfällen zu schützen.

Auch von den Rasenflächen muss das Laub entfernt werden, da sonst der Rasen leidet. Das Laub wird entweder mit Kehrmaschinen aufgenommen und anschließend kompostiert – oder aber zur Flächenkompostierung in die Gehölzflächen geblasen, wo es nach einem natürlichen Zersetzungsprozess als Dünger dient.

Aber Vorsicht, es gibt ja nicht nur das Laub. „Um Käfer- und Kleinstlebewesen zu schützen, setzt der UBB keine Laubsauger, sondern ausschließlich Laubpuster ein“, sagt der Sprecher. Und: „Dabei handelt es sich um standardmäßig umweltfreundliche, schallreduzierte Viertaktgeräte. Bei geringeren Laubmengen oder unzugänglichen Flächen wird mit tragbaren ,4-Mix-Motor‘-Geräten gearbeitet.“ Und die werden selbstredend „mit synthetischen, abgasarmen Kraftstoffen betrieben“ und „laufen ohne gesundheitsbelastendes Benzol“. Obwohl von vielen Bürgern „nachvollziehbar als lärmträchtig empfunden, gehören diese etwa 180 Geräte dennoch zu den ,leisesten‘ Geräten auf dem Markt“, hieß es weiter.

Dichtes Netz von Recycling-Stationen

In der Stadt Bremen sammelt die Entsorgung Nord (ENO) an einigen Tagen weit mehr als 50 Tonnen Laub ein. Das entspricht ungefähr sechs vollgefüllten Müllwagen. Zwölf Teams mit etwa 60 Mitarbeitern sind ab 6.45 Uhr damit beschäftigt, das Laub von Straßen und Radwegen so zusammenkehren, dass Kehrmaschinen den Kehricht schnell aufnehmen können. Die Kehrmaschinen-Teams fahren im Schichtsystem durch die Stadt.

Garten- und Hausbesitzer haben auch zuweilen den Eindruck, sie müssten das Laub im Schichtsystem zusammenkehren. Wohin dann damit? „Im Garten kann man das Laub schon mal liegen lassen. Auf den Beeten und auf dem Kompost bietet es eine willkommene Mulchdecke für den Winter. Auf Gehwegen und Straßen jedoch sollte es beseitigt werden, nicht zuletzt, um Unfälle zu vermeiden“, so die Auskunft. Allerdings: „Laub gehört nicht in die Biotonne.“ Die wäre auch schon bei durchschnittlichen Mengen sehr schnell voll. . .

Das Umweltressort: „Steht kein Gartenkompost zur Verfügung, bietet Bremen ein dichtes Netz von Recycling-Stationen. Hier können private Haushalte aus Bremen Gartenabfälle bis zu einem Kubikmeter gebührenfrei abgeben, dazu gehört auch Laub. Dieser Service wurde über die Abfallgebühr bezahlt.“ Die herbstlichen Grünabfälle der Bürger – von September bis Dezember 2016 waren es 11.100 Tonnen – werden von den Stationen zur Grünabfallanlage der Kompostierung Nord transportiert, dort mehrfach umsetzt, abgesiebt und so zu gütegesichertem Kompost verarbeitet. Sie kommen als „Bremer Kompost“ in den Handel. 

kuz

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