Demonstranten protestieren in der Innenstadt gegen Kürzungen in der Bildung

„Todesstoß für die Lehre“

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„Bildung am Limit“: Aus Protest gegen Sparmaßnahmen im Bildungsbereich sowie schlechte Lehr- und Lernbedingungen zogen gestern Mittag Schüler, Studenten und Mitarbeiter der Bremer Hochschulen durch die Innenstadt.

Bremen - Von Viviane Reineking. Demo statt Unterricht: Ein Protestzug aus Schülern, Studenten und Mitarbeitern der Bremer Hochschulen legte gestern Mittag Teile der Bremer Innenstadt lahm.

Die nach Polizeiangaben rund 1 600 Protestler kritisierten lautstark die Bildungspolitik des rot-grünen Senats, die geplanten Stellenkürzungen und aktuelle Lehr- und Lernbedingungen in Schulen, Hochschulen und Universität.

„Bildungsabbau stoppen“, „Bildung am Limit“ und „Für eine radikale Entschleunigung des Studiums“ steht auf einigen Transparenten der Demonstranten. „Wir wollen nicht nur, dass die geplanten Kürzungen gestoppt werden, sondern fordern im Gegenteil mehr finanzielle Mittel für Bildung im Allgemeinen“, sagt Kristin Reimers vom Aktionsbündnis der Uni. Schon jetzt sei die Situation an der Uni nicht mehr tragbar: Überfüllte Hörsäle und Seminare, dazu sollen rund 80 Stellen bei wissenschaftlichen Mitarbeitern und etwa 50 in der Verwaltung eingespart werden. Schüler beklagten, dass vermehrt Stunden ausfallen und Lehrer unbezahlte Überstunden machen müssten.

Veranstaltet hat die Demo ein Bündnis aus Vertretern der Gesamtschülervertretung (GSV), der Bremer Hochschule und des Aktionsbündnisses der Uni Bremen. Ihren Angaben zufolge waren rund 2 000 Betroffene dem Aufruf zur Demo gefolgt. Gestartet am Bremer Hauptbahnhof, machte der Protestzug einen Zwischenstopp bei der Bildungsbehörde und zog dann weiter durch die Obernstraße bis zur Bürgerschaft und zum Theater am Goetheplatz. Die Polizei sperrte Straßen ab, Straßenbahnen wurden umgeleitet.

Gegen die Kürzungen und eine strukturelle Unterfinanzierung an der Uni sind auch Johannes Kautzsch und Tanja Schindler auf die Straße gegangen.„Ohne ordentliche Lehre keine vernünftige Forschung und damit auch keine Exzellenz“, so beiden Wissenschaftlichen Mitarbeiter aus dem Fachbereich Mathematik. Weitere Kürzungen seien der „Todesstoß für die Lehre“. Das „Studentische Aktiventreffen gegen die Kürzungen“ sieht einen „Wettbewerb um die verbliebenen Mittel auf allen Ebenen – zwischen einzelnen Hochschulen genauso wie innerhalb der Universität und zwischen den einzelnen Fachbereichen“. „Solidarität statt Konkurrenz – Nieder mit der Exzellenz“, rufen denn auch die Protestler. Sie kritisieren eine vermehrte Ausrichtung von Lehre und Forschung an wirtschaftlichen Interessen und fordern eine freie Bildung für alle.

Nadine, Melissa (beide 16) und Cheyenne (15) von der Schule am Leibnizplatz beklagen, dass es an ihrer Schule zu wenig Lehrer gibt. Monatelang sei hier beispielsweise der Englisch-Unterricht ausgefallen, da es keine Vertretung gab.

Weil die Bildungs-Demo (wieder einmal) während der Unterrichts zeit stattfand, verteilte die GSV Entschuldigungszettel für die Schüler.

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