Materialise eröffnet 3D-Metalldruck-Werk im Bremer Technologiepark

Titan und Aluminium

Beispiele für (kleine) Produkte aus dem 3D-Drucker – gestern präsentiert in den Räumen der Firma Materialise. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Es wird nicht mehr gefräst, es wird gedruckt. Die 3D-Druck-Technologie setzt sich zunehmend durch. Seit Beginn ganz vorn dabei: Bremen. An der Fahrenheitstraße im Technologiepark wurde gestern ein 3D-Metalldruck-Werk des belgischen Unternehmens Materialise NV feierlich eröffnet.

Materialise ist nach eigenen Angaben ein „weltweit führender Anbieter von 3D-Druck-Software und Dienstleister für additive Fertigung“. In den Räumen an der Fahrenheitstraße stellt das Unternehmen nun für Kunden aus der Investitionsgüterindustrie – etwa aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Automotive und Maschinenbau – Bauteile aus Titan und Aluminium her.

Materialise-Gründer Wilfried Vancraen (l.) und Geschäftsführer Marcus Joppe gestern bei der Eröffnung des Bremer Werks der 3D-Druck-Spezialisten. - Foto: Hinrichs/Materialise

Präzise und passgenau, wie es heißt. Mit großen Gestaltungsmöglichkeiten. Schicht für Schicht, weshalb in der Branche anstelle des populäreren Begriffs „3D-Druck“ lieber von „additiver Fertigung“ gesprochen wird. Vielfach sei es zudem möglich, durch Hohlkammern in den gefertigten Körpern Material, Kosten und nicht zuletzt Gewicht zu sparen. „Kunden können mit 3D-Druck entscheidende Wettbewerbsvorteile am Markt erzielen, zum Beispiel durch verkürzte Produktionszeiten und höhere Gestaltungsfreiheit“, heißt es bei Materialise. Das Bremer Werk ist der fünfte Fertigungsstandort des Unternehmens weltweit – neben dem Hauptwerk im belgischen Löwen (Leuven) und den Werken in Polen, Tschechien und den Vereinigten Staaten.

Etwa zwei Millionen Euro hat Materialise in Bremen investiert, sagt Marcus Joppe, Deutschland-Chef des Unternehmens – in der Hauptsache floss das Geld in Druckankagen und Equipment. Der offiziellen Eröffnung ging eine Pilotphase mit zwei 3D-Druckern für Titanbauteile voraus, die im Oktober vergangenen Jahres begonnen hatte. Nun kommen weitere Drucker für die Herstellung von Aluminiumteilen hinzu.

Wieso fiel die Wahl auf Bremen? Die Antwort auf diese Frage gibt Materialise-Gründer Wilfried Vancraen. „Ich habe eine lange Beziehung zu Bremen“, sagt er. Vancraen war schon in den 80er Jahren in der Hansestadt, er arbeitete in früheren Jahren am Bremer Institut für Produktion und Logistik (Biba). Dort habe er den ersten 3D-Drucker in Europa gesehen. Und daraus wiederum erwuchs die Idee zur Gründung von Materialise Anfang der 90er Jahre. Dass nun Bremen als Standort ausgewählt wurde, sei vor dem Hintergrund der langjährigen Beziehungen im Grunde „keine Überraschung“.

Die Industriebranche habe viel mit Menschen, mit Beziehungen zu tun. Vancraen blickt auch auf die Nachbarschaft seines Bremer Unternehmensstandorts, auf Technologiepark und Universität. Hier könne man fähige, kompetente Leute finden. Auch das habe eine Rolle gespielt.

Mit der Eröffnung des Werks stärke Materialise auch die Rolle seines Kompetenzzentrums für 3D-Metalldruck in Bremen, hieß es weiter. Das Unternehmen betreibt das Zentrum seit der Übernahme von Marcam Engineering (2011) zusammen mit einem Vertriebsbüro. In Deutschland beschäftigt Materialise etwa 60 Mitarbeiter, davon 40 in Bremen und 20 in der Vertriebsniederlassung in Gilching bei München.

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