Direktorin Antje Boetius folgt auf Karin Lochte

Tiefseeforscherin übernimmt am AWI

Antje Boetius übernimmt den Direktoren-Posten beim Bremerhavener AWI von Karin Lochte. - foto: AWI/Kerstin Rolfes

Bremerhaven - Führungswechsel am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven: Die bisherige Direktorin Karin Lochte übergibt die Leitung heute, Mittwoch, an Antje Boetius. Das teilte eine Sprecherin des AWI mit. Lochte hatte das Forschungsinstitut zehn Jahre lang geführt.

Prof. Antje Boetius kennt das AWI bereits sehr gut und schon seit langem: Hier arbeitete die Tiefseeforscherin (Jahrgang 1967) bereits von 1993 bis 1996 für ihre Doktorarbeit. Nach einer Station am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde kam die Wissenschaftlerin 1999 zurück ins Land Bremen und arbeitete am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI), der Jacobs-Universität und der Universität Bremen, wo sie Vizedirektorin des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (Marum) ist. Seit 2008 leitet Boetius außerdem die Helmholtz-Max-Planck-Brückengruppe für Tiefsee-Ökologie und -technologie, die Wissenschaftler und Ingenieure vom AWI und dem MPI zusammenbringt.

Boetius‘ besonderes wissenschaftliches Interesse gelte dem Leben unter dem Eis und der Erforschung der Stoffflüsse und der Artenvielfalt der Weltmeere, so die AWI-Sprecherin weiter. Ihre Arbeit führte sie auf mehr als 40 Schiffsexpeditionen, von denen sie viele geleitet hat.

Erfahrungen im Wissenschaftsmanagement sammelte Leibniz-Preisträgerin Boetius unter anderem im Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie im Wissenschaftsrat, dem höchsten wissenschaftlichen Beratungsgremium des Bundes und der Länder. Als eines ihrer Ziele nennt die neue AWI-Direktorin den besseren Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Außerdem möchte sie neue Technologien fördern und die Nutzung robotischer Systeme und automatisierter Sensorik vorantreiben, die bereits in der Umweltbeobachtung der Küsten und am Meeresboden unter dem Eis der Arktis eingesetzt werden.

Als Vertreterin in mehreren internationalen Beiräten bleibt Karin Lochte der Wissenschaft auch weiterhin erhalten, heißt es. Sie wolle sich im Ruhestand nach Vertragsende mit dem AWI 2018 außerdem vermehrt ihrer Stiftung für Kinder aus benachteiligten Familien widmen. 

 vr

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