„Mein Kunst-Stück“ mit Andreas Horn

Tiefe Strukturen

Die an Andreas Horns Originalen sichtbare räumliche Tiefe kann ein Foto kaum wiedergeben. Hier zeigt der Künstler sein Werk „Cinderella und die fliegenden Gedanken“. - Foto: Langkowski
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Die an Andreas Horns Originalen sichtbare räumliche Tiefe kann ein Foto kaum wiedergeben. Hier zeigt der Künstler sein Werk „Cinderella und die fliegenden Gedanken“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Cinderella und die fliegenden Gedanken“ heißt Andreas Horns Bild, das er in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Bevor seine Bilder einen Namen erhalten, lässt Horn die fertigen Werke ruhen. Nach ein paar Tagen schaut er sie erneut an und tauft sie spontan.

Was für Gefühle weckt ein Bild? Wirkt es liebevoll, traurig oder leicht? „Cinderella und die fliegenden Gedanken“ habe in seiner Farbigkeit schon fast etwas übertrieben Fröhliches, meint der Bremer Künstler Andreas Horn. So kam er auf den dessen Namen. Cinderella, die englische Bezeichnung des Aschenputtels, steht als Synonym für Wünsche. Diese Wünsche und dahinterstehenden Gedanken schafften eigene Welten und eröffneten neue Möglichkeiten, sagt Horn.

Seine abstrakten Acrylbilder zeigen sehr feine Strukturen, die in ihrer Anordnung, Überlagerung und Farbgebung optisch eine große räumliche Tiefe erzeugen. Die Strukturen erinnern an dreidimensionale Gewebe, Nervenzellen oder Galaxien. Tatsächlich sind es die Mikrostrukturen und die Makrostrukturen, die den Maler faszinieren. 

Sie können an die innere Struktur des Menschen erinnern oder an die ihn umgebende Struktur, beispielsweise die der Weltpolitik. Horn interessiert sich dafür, wie der Mensch emotional funktioniert. Dabei sieht er, dass eigene Gedanken eine eigene Welt schaffen. Je nach Gedanken würden wir das, was uns umgibt, ordnen und bewerten. Damit können wir auch unsere eigene Welt durch unsere Gedanken steuern, sagt der Künstler.

Auf die Kunst gekommen ist der gebürtige Bremer durch Zufall. Zwar war er schon immer kreativ und managte Musikbands, doch irgendwann kaufte er sich in einem Kaufhaus spontan ein paar Künstlerfarben.

Mit Aquarell experimentieren

Da die Bandprojekte sich gerade zum Ende neigten, fing Horn an, mit Aquarell, Acryl und auch am Computer zu experimentieren. Über die Jahre entwickelte sich seine künstlerische Handschrift, die den abstrakten Großformaten einen Wiedererkennungswert geben.

Um zu malen, müssen bei Horn zwei Voraussetzungen gegeben sein: Zeit und kreative Stimmung. Die braucht er für seine intuitiv erstellten Arbeiten. Auf die Frage, wozu wir Kunst brauchen, sagt Horn: „Die klassische Antwort lautet, um uns neue Wege aufzuzeigen ist. Doch für mich ist es außerdem die Auslebung eines kreativen Urquells.“ Dieser wohne vielen Menschen inne und sei primärer Zweck der Kunst. Sie erlaube der Kreativität eine spielerische Leichtigkeit. Kunst könne auf den Schaffenden therapeutisch wirken oder den Betrachter auf sich selbst zurückwerfen.

Zu den Künstlern, die für Horn besonders bedeutend sind, zählen der zeitgenössische, 1932 in Dresden geborene Maler Gerhard Richter und die Bonner Künstlerin Larissa Laë. Richters abstrakte Arbeiten findet der Bremer „einfach wunderschön“ und die gegenständlichen Bilder „phantastisch“. Von Laë beeindrucken ihn vor allem die Skulpturen. „Die sind komplett eigene Kreationen aus Weiß und Transparenz in Verbindung mit einer bestimmten Lichttechnik.“

Wenn Horn jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge „Parken in der Freiheit“ als Respektbekundung an die Schauspielerin und Kabarettistin Lisa Fitz. Insbesondere begeistert Horn Fitz’ Beitrag über die Nato, an deren „globalen Sicherheitsaktivitäten“ die Kabarettistin kein Haar ungekrümmt lässt.

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